Umbau für Rollstuhl - Diese Rechte haben Mieter

Essen. Wer im Rollstuhl sitzt, benötigt eine barrierefreie Wohnung. Für Mieter stellt sich dann oft die Frage, ob sie in ihrer Wohnung entsprechende Umbauten vornehmen dürfen. Die Antwort lautet: Grundsätzlich ja - aber mit einigen Einschränkungen.

Bei allen Umbauarbeiten an einer Mietwohnung muss der Mieter zuvor die Zustimmung des Vermieters beziehungsweise des Eigentümers der Immobilie einholen. Das gilt auch für Änderungen, die die Wohnung barrierefrei machen. Dazu können bei Rollstuhlfahrern zum Beispiel verbreiterte Türen und abgesenkte Türschwellen gehören. Auch in Küche und Bad gibt es diverse Möglichkeiten, mit denen sich Rollstuhlfahrer das Leben zu Hause erleichtern können.

Solchen Änderungen muss der Vermieter grundsätzlich zustimmen, wenn der Mieter ein berechtigtes Interesse daran hat. Darauf weist auch der Eigentümerverband "Haus und Grund" hin. Allerdings: Finanziell beteiligen muss sich der Vermieter an den Umbauten nicht. Er darf im Gegenteil verlangen, dass der Mieter eine Sicherheit hinterlegt, damit die Wohnung nach dem Auszug gegebenenfalls wieder in den Ursprungszustand versetzt werden kann.

Seine Zustimmung darf der Vermieter nur in besonderen Fällen verweigern - nämlich immer dann, wenn das Interesse am Erhalt des Wohnungszustandes höher bewertet wird als das Interesse des Mieters an einer barrierefreien Wohnung. Probleme können Mieter, die eine Wohnung rollstuhlgerecht umbauen möchten, daher vor allem in denkmalgeschützten Häusern bekommen. Immer dann, wenn der Umbau den Wert der Wohnung wesentlich mindern würde, kann der Vermieter gegebenenfalls sein Zustimmung verweigern.

sw