Schicke Schuppen: Mini-Garagen schützen vor Fahrrad-Dieben

Katja Fischer
Gartenhaus mit besonderer Funktion: In diesem Holzhaus finden alle Fahrräder der Familie einen trockenen Parkplatz.
Gartenhaus mit besonderer Funktion: In diesem Holzhaus finden alle Fahrräder der Familie einen trockenen Parkplatz.
Foto: dpa-tmn
Die Einbruchszahlen steigen stetig. Abschließbare Schuppen könnnen helfen, etwa Fahrräder und Kinderanhänger vor Dieben zu schützen.

Berlin.  Wie klassische Gartenhäuser wirken sie nicht: Aus den üblichen Unterständen für Werkzeug und Räder sind stylishe Designobjekte geworden. Wer sein Rad liebt, schließt es heute in speziellen Garagen vor dem Haus ein. Und die Mülltonne wandert unters Blumenbeet.

Als Geräteschuppen und Lager für Ausrangiertes sind sie viel zu schade. Gartenhäuschen von heute dienen auch als Fahrradgarage, Hobbyraum, Party-Location, Atelier, Spielzimmer oder als eleganter Blickschutz für die Mülltonnen.

Dabei sehen sie längst nicht mehr wie eine klassische Laube aus. Es gibt Modelle, die stylish und kühl wirken, aber auch gemütliche Holzhäuser mit modernem Innenleben. Besonders beliebt und weit verbreitet sind nach wie vor Gartenhäuser aus heimischen Holzarten wie Fichte und Lärche. Damit die Häuser sich gut in die Natur des Gartens einfügen, entscheiden sich viele Hausbesitzer für Gründächer. „Die sehen auch vom Balkon von oben gut aus“, sagt Michael Henze vom Bundesverband Garten- und Landschaftsbau (BGL).

Praktisch und geradezu futuristisch muten Fahrradgaragen aus Edelstahl an, die man sich vor die Haustür stellen kann. Sie erinnern an flache Zelte. In ihnen lassen sich mehrere Fahrräder sicher und witterungsunabhängig unterbringen. Oder die Müllboxen aus Aluminium, Stahl oder Holz. Sie sind abschließbar und haben eine schlichte, aber teils edle Hülle. So sind sie zeitlos und passen sich jedem Grundstück an. „Möglich ist fast alles, von individuellen architektonischen Ideen bis hin zum einfachen Modell von der Stange“, sagt Henze. Die Kombination von Holz und Edelstahl sei beliebt.

Kleine Bauten brauchen häufig eine Genehmigung

Wer ein Gartenhaus mit Zusatzfunktion plant, sollte es möglichst so gestalten, dass es zum Stil des Grundstücks und des Hauses passt. „In der Nachbarschaft eines modernen schlichten Einfamilienhauses wäre zum Beispiel eine Schwarzwald-Blockhütte eher unpassend“, findet der Architekt Wolfgang Szubin vom Verband Wohneigentum in Bonn.

Auch wenn sie oft klein sind, handelt es sich bei Gartenhäusern, Garagen und Unterständen für Mülltonnen um Bauten, die genehmigungspflichtig sein können. „Die Vorschriften sind in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich“, erklärt Henze. „Egal, wofür das Gartenhäuschen am Ende verwendet werden soll, der erste Weg sollte immer zum örtlichen Bauamt führen.“ Auch der Nachbar sollte Bescheid wissen – besonders, wenn das Häuschen in der Nähe der Grundstücksgrenze stehen soll.

Keine Genehmigung als Nebengebäude bekommen in der Regel Projekte zum Wohnen oder Übernachten von Gästen. „Eine Toilette oder Dusche ins Gartenhäuschen einzubauen, das geht gar nicht“, stellt Szubin klar. Als Nebenanlagen sind sie lediglich zum Abstellen von Gartengeräten, Fahrrädern, Mopeds oder Mülltonnen gedacht. „Allenfalls kann mal der Einbau einer Heizungsanlage genehmigt werden.“ Um eine lange Lebensdauer zu gewährleisten, ist es wichtig, das Gebäude auf ein sicheres Fundament zu setzen. „Selbst die kleinste Hütte sollte sicher vor Feuchtigkeit und Sturm geschützt sein“, betont Henze. Gut sind deshalb auch eine Regenrinne und eine Drainage. Denn ein trockener Fußboden ist die Voraussetzung für jede Nutzungsvariante des Bauwerks. So für die Unterbringung von Fahrrädern.

Fahrradboxen unter der Erde sind aufwendig

„Die Zahl der Radfahrer nimmt ständig zu. Oftmals gibt es in einer Familie mehrere Räder, die sicher untergestellt werden sollen“, sagt Roland Huhn vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club. Eine abschließbare Fahrradgarage auf dem Grundstück hat Vorteile: „Sie ist unkompliziert zu erreichen, es gibt keine störenden Treppen, und die Räder können darin abgestellt werden, ohne sie extra anschließen zu müssen.“

Platzsparend sind versenkbare Fahrradboxen, sie liegen unter einem Blumenbeet und werden bei Bedarf angehoben wie ein Lift. Erste Modelle sind bereits auf dem Markt. „Sie sind aber im privaten Bereich kaum verbreitet, weil sie technisch und finanziell ziemlich aufwendig sind“, sagt Huhn.