Pfusch am Bau führt jedes Jahr zu Millionenschäden

Jedes Jahr entstehen durch Pfusch am Bau Schäden in Millionenhöhe. Nicht selten haben Baufirmen einen erheblichen Anteilen an diesen Missständen.
Jedes Jahr entstehen durch Pfusch am Bau Schäden in Millionenhöhe. Nicht selten haben Baufirmen einen erheblichen Anteilen an diesen Missständen.
Jedes Jahr entstehen durch Pfusch am Bau Schäden in Millionenhöhe. Nicht selten haben Baufirmen einen erheblichen Anteil an diesen Missständen. Wie man sich vor Betrügern schützen kann und worauf beim Bau geachtet werden muss, erklärt Experte Dieter Ansorge.

Stuttgart. Schlechte Wärmedämmung oder ein undichter Keller: Private Bauherren müssen nach Einschätzung von Experten besser vor Pfusch am Bau geschützt werden. Im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa erklärt Dieter Ansorge, Bausachverständiger und Autor der Reihe "Pfusch am Bau" (Fraunhofer IRB), die Gründe für die Mängelflut und was Betroffene dagegen tun können.

Hat Pfusch am Bau zugenommen?


Dieter Ansorge: "Das nimmt rasend zu. Ich gehe mal davon aus, dass wir im Bauwesen durch Pfusch am Bau jedes Jahr mindestens einen Schaden von fünf Milliarden Euro haben. Wenn alle Fehlplanungen und -entscheidungen berücksichtigt werden, kommen sehr schnell 25 Milliarden zusammen. Es gibt keinen Bau mehr ohne Mängel."


Welchen Anteil haben die Baufirmen daran?


Ansorge: "Immer mehr Firmen pfuschen ganz bewusst. Alles, was man nicht sieht, wenn es fertig ist. Beispielsweise bei Kellerabdichtung, Badabdichtung, Wärmedämmung. Grundsätzlich ist es so: Die sagen "Das sieht keiner, das merkt keiner. Also passiert uns auch nichts. Und wenn es fünf Prozent merken, können wir damit gut leben, denn wir haben durch den Pfusch genügend verdient.""

Sind Bauherren teilweise auch selbst schuld?


Ansorge: "Sie haben überwiegend selbst Schuld an der Misere. Durch den Kauf einer schlüsselfertigen Immobilie werden alle Planungs- und Überwachungsleistungen aus der Hand gegeben (...) im Glauben, man kann etwas sparen. Dann wird nicht mehr kontrolliert. Die Leute wollen heute Häuser haben zum Preis eines Kleinwagens, die aber den Standard eines Mercedes haben sollen. Das geht nicht."


Worauf müssen Bauherren achten?


Ansorge: "Dass sie vollständige Planungsleistungen bekommen und erst nach Freigabe dieser gebaut werden darf. Vollständig heißt: Architekt, Bauingenieur, Planung der Sanitär- und Heizungsanlage, Elektro. Jeden Bereich einzeln vom Fachingenieur planen lassen."

Was muss politisch geschehen?

Ansorge: "In der Politik muss das genehmigungsfreie Bauen zurückgenommen werden. Es gibt keine Rohbauabnahme, es gibt keine Kanalisationsabnahme, es gibt gar nichts mehr. Wenn die Baufirmen wissen, sie werden nicht kontrolliert, dann pfuschen sie vor sich hin." (dpa)