Besser wohnen mit der Harmonielehre Feng Shui?

Feng Shui – auch schon an der Eingangstür.
Feng Shui – auch schon an der Eingangstür.
Foto: EPR; RÖWA
Feng-Shui ist für die einen der Schlüssel für mehr Lebensqualität und für die anderen purer Aberglaube. Die fernöstliche Harmonielehre findet in Europa immer mehr Anhänger. Vor allem bei der Einrichtung der Wohn- und Lebensräume findet Feng Shui auch hierzulande Anwendung.

Essen. Feng Shui ist eine echte Glaubenssache. Ob die fernöstliche Harmonielehre schlicht und einfach Aberglaube ist oder der Schlüssel zu mehr Lebensqualität und Wohlbefinden – darüber lässt sich trefflich streiten. Ziel von Feng Shui ist die Harmonisierung des Menschen mit seiner Umgebung. Und die soll durch eine besondere Gestaltung der Wohn- und Lebensräume erreicht werden. Grundlegend ist dabei die Vorstellung von einer unsichtbaren Lebensenergie, dem Chi. Das bewegt sich – so die Lehre – nicht geradlinig, sondern zirkuliert „tanzend“ wie der Wind (Feng) und wellenförmig wie das Wasser (Shui) durch den Raum. Erst wenn alle Bereiche eines Hauses oder einer Wohnung optimal mit Chi versorgt sind, geht es den Bewohnern gut. Deshalb darf der freie Fluss des Chi nicht behindert werden.

Seinen Ursprung hat die asiatische Harmonielehre in China. Am kaiserlichen Hof wurde es bereits 3000 v. Chr. angewendet, war unter Mao zwischenzeitlich jedoch verboten. Heute istHongkong das Zentrum des modernen Feng Shui. Hier werden viele Gebäude nach Feng Shui-Regeln errichtet – wie das bekannte „Repulse Bay“, ein 37-stöckiges Gebäude mit einem riesigen „Loch“ im Baukörper.

Augenmerk auf der Himmelsrichtung

Hierzulande wird die Harmonielehre bislang meist bei der Einrichtung und Gestaltungvon Wohnräumen angewendet. An Bedeutung gewinnt aber zunehmend auch die Praxis, Feng Shui bereits bei der Planung von Bauobjekten und Gärten zu berücksichtigen. Schon bevor das Haus gebaut wird, soll so ermittelt werden können, welche Wirkung es auf seine späteren Bewohner haben wird. Sogar das Grundstück kann nach Feng Shui-Grundsätzen ausgewählt werden. „Weithin verbreitet ist die Meinung, dass ein Gebäude, das nach der asiatischen Lehre geplant wurde,

Der Ablauf einer Bauplanung nach der Harmonielehre unterscheidet sich zunächst gar nicht wesentlich von einer klassischen Vorgehensweise. Grundlage sind auch hier die individuellen Wünsche und Vorstellungen des Bauherren. Besonderes Augenmerk wird jedoch auf die Himmelsrichtungen gelegt. Außerdem werden berücksichtigt: die landschaftlichen Gegebenheiten, die Grundstücksform, die Nachbarbebauung und persönliche Daten wie das Geburtsdatum der Bauherren. Aus diesen und vielen weiteren Faktoren fertigt der Berater eine exakte Standortanalyse. Darauf aufbauend wird dann der bestmögliche Grundriss des Hauses erarbeitet. Die Lage des Gebäudes, die Positionen von Eingang, Terrasse, Balkon, Fenstern, Zimmern und Nebengebäuden werden so in Zusammenarbeit mit dem Bauherren geplant.

Zahlreiche Berater in Deutschland

Aber Feng Shui- Berater gibt es ungezählte in Deutschland. Der Markt ist sehr unübersichtlich und es gibt auch zahlreiche schwarze Schafe. Insbesondere Laien fällt es schwer, seriöse Anbieter von Betrügern zu unterscheiden. Hilfe bei der Auswahl des richtigen Planers bietet die Homepage des Deutschen Berufsverbands für Feng Shui und Geomantie. Sie bietet neben vielen Infos rund um das Thema auch eine umfangreiche Aufstellung der Experten nach Regionen. Anregungen bietet die umfangreiche Literatur zu Feng Shui. Weltweites Ansehen genießt zum Beispiel die Autorin Lillian Too aus Malaysia. Sie hat zahlreiche Bücher zum Thema veröffentlicht, die auch auf Deutsch erhältlich sind. Günther Sator ist wohl der bekannteste deutschsprachige Feng Shui-Experte. Er stimmt sein bei vielen Auslandsaufenthalten erworbenes Wissen auf die Gegebenheiten und Bedürfnisse unseres Kulturkreises ab.

Wie ein normales Haus will auch eines nach den Regeln der asiatischen Bauphilosophie finanziert werden. Ins Auge gefasst werden sollte dabei auch Bausparen, das wie Feng Shui seinen Ursprung in China hat. „Das wurde allerdings erst ca. 200 v. Chr. ,erfunden' und ist damit viel jünger“, verrät Scheible.

 
 

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