Warum Feuchtgebiete so wichtig für die Natur sind

Diese Tiere leben auf der Feuchtwiese, ein Teil der Feuchtgebiete.
Diese Tiere leben auf der Feuchtwiese, ein Teil der Feuchtgebiete.
Foto: WNM
Am 2. Februar ist der Unesco-Welttag der Feuchtgebiete. Doch diese Schatzkammer der Natur ist bedroht. Sie ist ein wichtiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere, wie Orchideen und Kiebitze. Warum diese Biotope so bedeutend sind, auch im Kampf gegen den Klimawandel, zeigt diese Übersicht.

Duisburg.  Sie sind eine Schatzkammer der Natur: Feuchtgebiete. Morgen ist ihr Welttag. Die Unesco gedenkt so der Ramsar-Vereinbarung, die vor 43 Jahren unterzeichnet wurde. Durch den Vertrag sind auch drei Feuchtgebiete in Nordrhein-Westfalen geschützt: Die Rieselfelder liegen auf den ehemaligen Verrieselungsflächen für das Abwasser der westfälischen Stadt Münster. Die Staustufe Schlüsselburg im Kreis Minden-Lübbecke ist ein Naturschutzgebiet an der Weser. Und auch der untere Niederrhein ist ein lebendiges Feuchtbiotop. Hinzu kommen Natur- und Vogelschutzgebiete, von denen auch viele an Rhein und Ruhr zu finden sind.

Was sind Feuchtgebiete?

Was ein Feuchtgebiet ist, lässt sich so genau gar nicht sagen. Eine einheitliche Definition gibt es nicht. Die deutschen Feuchtgebiete reichen vom Weltnaturerbe Wattenmeer und den Boddengewässern über die größeren und kleineren Fließgewässer mit ihren Auen bis hin zu den Seen, Weihern, Teichen und Tümpeln, Mooren und Sümpfen. Feuchtgebiete sind hierzulande vor allem im Nordwesten und Osten sowie im Alpenvorland zu finden. 34 dieser Ökosysteme, darunter auch die Donau- und Elbauen, werden durch die Ramsar-Konvention geschützt. Es sind Landschaften, in denen sich die Tiere und Pflanzen an den Überschuss an Wasser angepasst haben. So sind sie bis heute der Lebensraum von unzähligen Arten, die sonst nur noch selten in Deutschland anzutreffen sind. Und auch in NRW stehen viele Tiere und Pflanzen, die in diesen Biotopen zu Hause sind, auf der roten Liste – sie gelten als gefährdet.

Was für Tiere leben dort?

Feuchtgebiete sind somit insbesondere die Heimat vieler bedrohter Vogelarten. Aber auch diverse Fische und wirbellose Tiere haben sich die Feuchtgebiete als Lebensraum erschlossen. Die Feuchtwiesen in der Region sind unter anderem die Heimat des Brachvogels, der auch „Regentüter“ oder „Venntüte“ genannt wird. Sein Bestand ist in NRW als „stark gefährdet“ eingestuft. Auch der Kiebitz fühlt sich in diesen feuchten Gebieten wohl. Er brütet beispielsweise im Naturschutzgebiet Rheinaue Walsum in Duisburg.

Dort stehen auch viele Kopfweiden, die ebenfalls typisch für diese Biotope sind. Regelmäßig stutzen Helfer des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) die Bäume, damit sie nicht unter der Last ihrer eigenen Zweige zusammenbrechen. Das Braunkehlchen gehört ebenso zu den Vogelarten, die ihren Lebensraum in Feuchtgebieten haben. In NRW sind seine Bestände aber seit den 1960er-Jahren stark rückläufig.

Feuchtwiesen sind zudem die Heimat von Greifvögeln wie der Rohrweihe und Watvögeln wie der Uferschnepfe oder dem Rotschenkel. Außerdem finden sich dort kleinere Tiere wie der Grasfrosch. Aber auch Waldmäuse und Feldhasen fühlen sich in diesen Biotopen heimisch. Zu der großen Artenvielfalt zählen ebenso Pflanzen wie die Orchidee. Aber auch Schlüsselblumen oder Wiesenschaumkraut wachsen in Feuchtgebieten.

Warum sind die Biotope so wichtig?

Neben ihrer Artenvielfalt sind Feuchtgebiete nützlich für den Menschen. In den Mooren sind gewaltige Kohlenstoffmengen gespeichert. Laut dem Bundesamt für Naturschutz speichern alleine Moore 20 bis 25 Prozent der weltweiten Kohlenstoffvorräte. So hilft der Schutz dieser Biotope auch im Kampf gegen den Klimawandel. Die Auen-Gebiete filtern zudem das Wasser, was ohne sie nur durch Kläranlagen möglich ist. Diese natürlichen Überschwemmungsgebiete lassen darüber hinaus den Flüssen mehr Raum, so dass Hochwasser nicht so gravierende Schäden verursachen.

Trotzdem verschwinden immer mehr Feuchtgebiete. Die Moore sind zu 95 Prozent entwässert, abgetorft oder land- oder forstwirtschaftlich genutzt. Von den deutschen Flussauen sind nur noch zehn Prozent in einem Zustand, in dem sie ihre natürliche Funktionen erfüllen können.

 
 

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