Tom Gerhardt ist zurück auf der Bühne

Foto: Thomas Brill

Köln.. Nach zehn Jahren kehrt Tom Gerhardt auf die Bühne zurück. Sein neues Programm „Nackt und in Farbe“ ist die Parodie einer Casting-Show. Gerhardt zeigt darin Figuren wie Tanja Tropical oder Voll-Loser Heinzi.

Seine Fans müssten ihr eigentlich die Füße küssen. Der kölschen Kioskbesitzerin, die Komiker und Schauspieler Tom Gerhardt vor mehr als 30 Jahren, als der noch Student war und mit seinen Kumpels einen Sponti-Auftritt hinlegte, hinterher sagte: „Nee, nee, ich hatte einen schlechten Tag. Aber dann habe ich so gelacht, da ist mir die Schminke die Backen runter gelaufen.“

Mehr als zehn Jahre Pause

Die Kioskbesitzerin hat Gerhardt nie vergessen, und dieses Glücksgefühl, bei dem man „Sorgen, Arbeit und was einen sonst noch bedrückt, vergisst“, möchte der 54-Jährige jetzt wieder vermitteln. Nach mehr als zehn Jahren Pause kehrt Tom Gerhardt auf die Bühne zurück: „Das war mir eine Herzensangelegenheit. Das Live-Spielen ist das, was mir am meisten Spaß macht – mit dem Publikum zusammen eine Party feiern.“ Seine neue Show, die am 30. September im ausverkauften E-Werk in Köln Premiere hatte, und danach bis Mitte Dezember durch 33 deutsche Städte tourt, heißt „Nackt und in Farbe“.

Sie hält, was ihr Titel verspricht: „Es ist die Parodie einer Casting-Show, bei der Kandidaten gesucht werden, die bereit sind, ihre innersten Gefühle preis zu geben, nur, damit sie ins Fernsehen kommen.“ Es sind Menschen wie Tanja Tropical, die traurige Transe aus der Provinz, die im verrutschten Glitzer-Mini und grellem Federschmuck auf die Bühne stolpert, um ihre einzige Chance zu nutzen, entdeckt zu werden. Männer wie Voll-Loser Heinzi, der total aufgeregt ist und nicht ahnt, dass sein Auftritt nur einen Zweck hat: den Zuschauern zum Fraß vorgeworfen zu werden. Und dann gibt es noch einen rappenden Opa, einen beleidigten Gutmenschen, einen islamistischen Bombenattentäter mit Appetit auf 72 Jungfrauen und – Familie Krause. „Wie ganz zu Anfang, ehe das ins Fernsehen kam, spiele ich die alle selbst“, verrät Gerhardt.

High-Heels in Schuhgröße 44 ½

Auch sämtliche Kandidaten werden von ihm verkörpert, ebenso wie Publikumsanheizer Andy, „ein TV-Schnösel, der in sechs Handys und sechs Mikrofone gleichzeitig spricht“. Klar, dass Vorbilder wie „DSDS“ dabei durch den Kakao gezogen werden: „Gegen ,Nackt und in Farbe’ ist ,Das Dschungelcamp’ der reinste Ponyhof.“ Gerhardt zur Seite in diesem „anarchischen Volkstheater-Stück“ stehen Travestiekünstler André da Silva alias Catherrine Leclery und Detlev Redinger, den man aus dem Fernsehen als schüchternen Herbert kennt, den besten Freund und Fußabtreter von Hausmeister Dieter Krause (Tom Gerhardt).

Gerhardts Versuche, sich vorab Anregungen bei den echten Casting-Shows zu holen, waren nur teils erfolgreich: „Ich halte das fünf Minuten aus, dann muss ich wegschalten.“ Viel besser klappt da inzwischen das Balancieren auf den High-Heels in Schuhgröße 44 ½ : „Obwohl ich da immer aufpassen muss, dass ich nicht umfalle, ich steh’ da drauf wie ein Eierbär.“

Termine für „Nackt und in Farbe“: 10.11.: Bochum, Bahnhof Langendreer; 11.11: Mülheim, Stadthalle; 16.11.: Düsseldorf, Savoy-Theater; 29.11.: Dortmund, Fritz-Henssler-Haus. www.tom-gerhardt.de

 
 

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