Hunde riechen Krebs

Foto: Ilja Höpping

Essen.. Immer wieder hört man davon, dass Hunde erschnüffeln können, wenn das Herrchen oder Frauchen an Krebs erkrankt ist. Wer das anfangs immer noch als Spinnerei abtat, muss wohl umdenken: Hunde können das!

Bei Lungentumoren gelten sie sogar als extrem treffsicher: Einem amerikanisch-polnischen Forscherteam ist es gelungen, fünf Hunden innerhalb von 16 Tagen den Unterschied zwischen dem Geruch gesunder und krebskranker Patienten beizubringen. Wissenschaftler der Pine Street Foundation in Marin County California haben sich auf die Erkennung von Lungenkrebs spezialisiert.

Von den Test-Patienten wurden Atemproben genommen und in Plastikbeuteln gespeichert. 83 der 169 Testpersonen waren gesund, bei 55 war nach Biopsien Lungen- und bei weiteren 31 Brustkrebs diagnostiziert worden. Dann mussten die Hunde schnuppern. Sie waren trainiert und sollten sich setzen, wenn sie Krebs erschnüffelt haben. Menschen mit Lungenkrebs wurden von den Hunden in 99 Prozent der Fälle erkannt, die mit Brustkrebs zu 88 Prozent. Bei der Erkennung von Brustkrebs übertreffen die Hunde sogar die Genauigkeit von Mammografien.

Tumore enthalten Benzol

Erstmalig hatte das Fachmagazin „Lancet“ 1989 von einem Hund berichtet, der ständig intensiv am Hautkrebs seiner Besitzerin schnupperte. Ein anderer Fall: Bei einer Hundeshow legte sich ein Labrador-Weibchen auf die Füße einer Jurorin. Bei ihr wurde ein bösartiger Hautkrebs (Melanom) im Frühstadium festgestellt.

Tumore enthalten Benzol, das in gesundem Gewebe nicht vorkommt. Mit ihrer extrem empfindlichen Nase können Hunde ein einziges Duftmolekül in einer Billion anderer ausfindig machen. Der Bereich des Riechens umfasst beim Menschen fünf Quadratzentimeter, der des Hundes dagegen 150 qcm. Auf diese Fläche kommen beim Menschen 5 Millionen Riechzellen, beim Schäferhund sind es sogar rund 220 Millionen.

Weitere Kolumnen in: Petra Koruhn „Hauptsache gesund!“, Klartext, 108 Seiten, 11,95 Euro

 

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