Eintopf vom Zuckerhut – Bahiana in Essen-Rüttenscheid

Cocktail unter Palmen – dafür muss man nicht bis Brasilien fahren. Das neue Bahiana in Essen bietet lateinamerikanische Getränke und Gerichte an.

Essen. Die Palmen sind zwar nur an die Wand gemalt, aber Cocktails gibt es wirklich. Besonders freitags, so die Kellnerin, wenn Livemusik erklingt.

Die Wände des Lokals haben schon so manche Farbe gesehen: Pink-kitschig leuchteten sie, als dort viele Jahre lang das Kneipen-Restaurant „Cross-Kultur“ beheimatet war. Graffiti-bunt waren sie, als „Noa“ in den Räumen asiatisches Street-Food anbot. Nun tragen sie die brasilianischen Nationalfarben Grün, Gelb, Blau. Ich nehme die Kabeljau-Kugeln (7,20 €) und tausche mit meiner Freundin, die Kibe (8,20 €) gewählt hat: saftig und würzig sind auch diese Rindfleisch-Bällchen in einer frittierten Buchweizenkruste. Mit dem Burger (ab 11,50 €) ist meine Begleitung ebenfalls zufrieden. Allerdings gibt es für Fleisch im Brötchen mittlerweile genug andere Adressen. Ich nehme daher den brasilianischen Eintopf (16,50 €). 18 Stunden lang habe ihre Mutter ihn gekocht, erzählt die freundliche Kellnerin. Schwarze Bohnen, Schweine- und Rindfleisch, Würste – das ist würzig, deftig, gut. Zu „Feijoada“ werden noch Schälchen mit Reis, Kichererbsen, Paprika-Tomaten-Mix, Salat, Kohl gereicht – und Farofa, das geröstete Maniokmehl. Ich müsste die Beilagen dieses Nationalgerichts mehr mischen, verrät die Kellnerin, die uns eine in unserer Region recht unbekannte Küche nahebringt.

Für ein neues Lieblingslokal fehlte mir zwar die Raffinesse. Aber es ist immer schön, unbekannte Speisen kennen zu lernen. So reizte mich auch ein alkoholfreies Getränk: die fruchtige, brasilianische Trauben-Fanta.

Bahiana, Witteringstr. 28, Essen. Tel: 0201/ 87 91 99 88 www.facebook.com/bahiana51

Preise: Cocktails: 5,50 - 8,50 €. Alkohol-frei: 4,90 €. Scampi in einer Kokosnuss: 19,50 €.

Ambiente: Fröhlich-bunt. Aber wie schon früher im Cross-Kultur: So richtig warm werden die Räume nicht.

Service: Die Kellnerin verrät viel über die Küche ihrer Heimat – da hört man sehr gerne zu.

 
 

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