Die Reifeprüfung im Baum: viele kleine Pflaumen

Dicht an dicht:
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Foto: WAZ-Fotopool
Die Pflaumen waren auch so komisch dieses Jahr. Letztes Jahr haben wir von knapp zehn Bäumen so viel geerntet, dass es für ein Kuchenblech reichte.

Niederrhein.  In diesem Jahr sind bei uns gleich mehrere durchaus kräftige Pflaumenäste vor lauter Gewicht abgebrochen. Und zwar schon im Hochsommer. Es war halt recht milde zur Zeit der Pflaumenblüten, so dass eine ungeahnte Unzahl von Früchten heranreifte. Dass die Äste vor der Last kapitulierten, kann allerdings nicht an den einzelnen Früchtchen gelegen haben. Wie diese Bezeichnung schon erkennen lässt, sind unsere Pflaumen in diesem Jahr nämlich sehr klein ausgefallen, zum größten Teil jedenfalls.

Nicht das einzige Obst, das merkwürdig gereift ist

„Dies’ Jahr gehnse schlecht vom Stein“ ist so ein Satz meiner Großmutter, an den ich mich noch gut erinnern kann, obwohl Omma ihre Pflaumen längst im Himmel entsteint. Also daran ist der Klimawandel schon mal nicht schuld. Aber was ich wirklich zum ersten Mal so gesehen habe: Viele Pflaumen fingen in diesem Jahr schon am Stielabsatz an zu schrumpeln, als die untere Hälfte noch gar nicht reif war. Und das war ja nicht das einzige Obst, was in diesem Jahr ganz merkwürdig gereift ist. Wie unregelmäßig die Holunderdolden aussahen, habe ich an dieser Stelle gelegentlich schon erwähnt. Aber auch mit den Brombeeren verhielt es sich sehr seltsam: Sie waren extrem früh schwarz in diesem Jahr – aber sie blieben so hart, dass man fürchten musste, beim Reinbeißen auf einen Zitronenersatz zu stoßen. Also hab ich gewartet und gewartet und gewartet, bis die Brombeeren endlich reif waren – und dann waren sie oft von einem Tag auf den anderen mit einem grauen Schimmelpilzpelz überzogen. Oder die Pfirsiche: ebenfalls lange Zeit noch bretthart, sind sie von einem Moment auf den anderen vom Baum gefallen – und waren sofort braun. Oder aber marodierenden Kaninchen und Mäusen zum Opfer gefallen.

Und die Walnüsse purzeln auch schon seit Wochen aus dem Baum. Aber das liegt daran, dass wir Besuch von einem alten Bekannten bekommen haben. Stammleser dieser Kolumne werden sich an ihn erinnern – Horst ist wieder da und scheint eine Reifeprüfung nach der anderen zu absolvieren. Eichhörnchen-Abitur, sozusagen. Und das bestehen beileibe nicht alle Nüsse . . .

 
 

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