Die Kraft des Ginkgo

Foto: Ilja Höpping

Die Menschen werden immer älter, bleiben immer länger gesund – und wünschen sich nichts sehnlicher, als auch geistig fit zu sein. Ginkgo gilt dabei als hilfreich.

Schon im alten China setzte man auf die Heilkraft des Ginkgo-Baumes. Mit der Verbreitung der traditionellen asiatischen Heilmedizin in Europa wurde der Ginkgo zur Entwicklung spezieller Medikamente auch bei uns immer wichtiger.

Wenn Nervenzellen altern, nimmt die Aktivität der Zellkraftwerke, der sogenannten Mitochondrien ab. Es entsteht ein Energiemangel, der als Folge die weitere Zellalterung der Neuronen bis hin zum Zelluntergang fördert. Dieser Kreislauf lässt sich mit Ginkgo durchbrechen, wie Heidelberger Forscher in einem Zellmodell zeigen konnten.

Ginkgo-Biloba-Extrakte schützen die Nervenzellen. Bedeutsam ist dies, weil auch beim ganz „normalen“ Alterungsprozess der Stress in den Mitochondrien zunimmt. In den Zellkulturen, die mit Ginkgo behandelt wurden, fanden die Wissenschaftler praktisch keine untergehenden Zellen, heißt es.

Die Wirkung nicht überschätzen

Man sollte Ginkgo nicht überschätzen. Aber es gibt Untersuchungen, die Hinweise darauf geben, dass er womöglich den Übergang zu einer Demenz verzögern kann. Hinweise dafür liefert die Guid-Age Studie im Juni 2010. Die französischen Forscher gaben an, dass die Einnahme von täglich 240 mg Ginkgo-Extrakt über mindestens vier Jahren gegeben, das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, um nahezu die Hälfte senken kann.

Frühere Reihenuntersuchungen in Frankreich hatten ebenfalls eine schützende Wirkung erkannt. Eine vom amerikanischen National Institute on Aging geförderte Studie fand gleichfalls eine vor Demenz schützende Wirkung bei den Studienteilnehmern, die das Medikament regelmässig einnahmen. Allerdings konnten die Ergebnisse in einer weiteren in den USA durchgeführten Studie nicht beobachtet werden.

Weitere Kolumnen in: Petra Koruhn, Hauptsache gesund! Klartext-Verlag, 208 Seiten, 11,95 Euro

 
 

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