Zu viel rotes Fleisch kann krank machen

Jutta Bublies
Bei der Eröffnung einer Ausstellung liegen Mettwürste auf einem Tisch. Foto: Dirk Bauer / WAZ FotoPool
Bei der Eröffnung einer Ausstellung liegen Mettwürste auf einem Tisch. Foto: Dirk Bauer / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
Zu viel Appetit auf rotes Fleisch schadet der Gesundheit und erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Darmkrebs. Das ist das Ergebnis einer Sudie der amerikanischen Havard-Universität

Essen. Rund 90 Kilo Fleisch und Fleisch-Erzeugnisse hat jeder Deutsche 2010 laut Bundeslandwirtschaftsministerium gegessen. Fast dreimal so viel, wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Bonn empfiehlt. Dass zu viel Appetit auf rotes Fleisch, Wurst oder Schinken der Gesundheit schadet, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Darmkrebs erhöht, hat eine Studie an der amerikanischen Harvard-Universität in Cambridge gezeigt.

Diese stützt sich auf die Daten von rund 37 700 Männern und 83 600 Frauen, die bis zu 28 Jahre lang an zwei großen amerikanischen Studien teilnahmen. Das Ergebnis: Bei denen, die täglich rotes Fleisch (Rind, Schwein, Lamm) auf dem Teller hatten, war die Sterblichkeit um 13 Prozent erhöht. Bei denen, die täglich zu Wurst oder Aufschnitt griffen, sogar um 20 Prozent. Warum Fleisch- und Wurst-Liebhaber ein höheres Infarkt-, Schlaganfall und Bluthochdruck-Risiko haben, aber auch dem Darmkrebs Vorschub leisten, hierfür würden mehrere Gründe diskutiert, wie Angela Bechthold betont, die bei der DGE für die Auswertung von Studien zuständig ist.

Fettsäuren, Pökelsalze

„Gesundheitsgefahren könnten dabei eventuell von den im Fleisch steckenden gesättigten Fettsäuren ausgehen, aber auch von Pökelsalzen“, so die Ökotrophologin. Schädliche Stoffe entstünden aber etwa auch beim Grillen. Nach Experten-Schätzungen wären bei einem geringeren Fleisch- und Wurst-Konsum jährlich bis zu 10 000 Dickdarmkrebs-Fälle zu vermeiden.

Der Ernährungstipp der DGE: Wöchentlich nicht mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch und Wurst verzehren.

www.dge.de