Zalando: Schock für Mitarbeiter des Online-Versandhändlers – „Klima der Angst“

Zalando wurde 2008 in Berlin gegründet. Über 15.000 Mitarbeiter sind für den Online-Versandhändler tätig.
Zalando wurde 2008 in Berlin gegründet. Über 15.000 Mitarbeiter sind für den Online-Versandhändler tätig.
Foto: imago images / Eibner

Stasi-Methoden bei Zalando? Wie die Süddeutsche berichtet, soll Zalando mit ihrer Personalsoftware „Zonar“ ihre Mitarbeiter regelmäßig überwachen.

Die Zalando-Software erzeuge ein Gefühl der Überwachung, Leistungsdruck und Stress – das haben Mitarbeiter und Forscher dem Online-Händler vorgeworfen. Denn 5000 Kollegen werden überwacht und beurteilt.

Zalando: Beurteilung der Mitarbeiter

Vorgesetzte und Kollegen geben in der Software „Zonar“ Stärken und Schwächen der Arbeitnehmer an. Philipp Staab und Sascha-Christopher Geschke von der Berliner Humboldt-Universität sagen, dass Zalando so die Löhne drücke und ein Klima der Angst erzeuge. Die Beschäftigten fürchten um ihren Job, wenn sie schlecht abschneiden.

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Diese Methode könnte illegal sein. Der oberste Berliner Datenschützer hat nun eine Prüfung der Zalando-Software eingeleitet.

Zalando sieht das anders: „Mit Zonar unterstützen wir die Entwicklung jedes Mitarbeiters durch gelebte Feedback-Kultur.“ Mitarbeiter fühlen sich aber unter Druck gesetzt. Kreiden dem Milliarden-Unternehmen Stasi-Methoden an.

So reagiert Zalando auf Vorwurf

Staab und Geschke zweifeln außerdem an, dass die Software den Richtlinien der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) entspräche. Auf den Vorwurf reagiert Zalando so:

„Zonar entspricht den gesetzlichen Anforderungen gemäß der DSGVO und des Bundesdatenschutzgesetzes. Leistungsbeurteilungen von Mitarbeitern sind ein wichtiger, rechtlich anerkannter und zulässiger Zweck der Datenverarbeitung, sowohl für uns als Unternehmen als auch für unsere Mitarbeiter.“

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Außerdem sagt Zalando, dass die Mitarbeiter über die Funktion von „Zonar“ informiert seien. Das Krasse: Erst nachdem die Süddeutsche bei Zalando nachgehakt hatte, habe der Online-Versandhändler die Datenschutz-Behörde in Berlin über die Software informiert.

Kunden sind erbost. Teilen ihre Gedanken bei Facebook. Matthias P. schreibt: „Der Mensch hat nicht die Wahl zwischen Egoismus und Solidarität. Was den größeren Nutzen hat, wird praktiziert. So ist Solidarität nur aus egoistischen Gründen möglich. Gruselig.“

Zalando hatte schon einmal Ärger wegen des Datenschutzes

Die Grünen-Abgeordnete Beate Müller-Gemmeke ist ebenfalls entsetzt: „Software soll das Leben der Menschen verbessern. Beschäftigte rund um die Uhr zu überwachen, ist das Gegenteil von Fortschritt.“

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2014 hatte Zalando ebenfalls Ärger wegen Verstöße gegen den Datenschutz bekommen. Im Logistikzentrum Erfurt sollen illegal Mitarbeiter überwacht worden sein.

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„Wir haben Zalando empfohlen, bis zum Abschluss unserer Prüfung auf den Einsatz von Zonar zu verzichten“, empfiehlt laut Süddeutsche der Berliner Datenschützer.

 
 

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