Erneuter Skandal um VW: Konzern verkauft unzulässige Versuchsautos – nun droht die Strafe

Nach dem Diesel-Skandal eröffnet sich nun die nächste erschreckende Nachricht um Autohersteller VW. (Symbolfoto)
Nach dem Diesel-Skandal eröffnet sich nun die nächste erschreckende Nachricht um Autohersteller VW. (Symbolfoto)
Foto: Julian Stratenschulte/dpa
  • Nach dem Diesel-Skandal kommt nun der nächste Schock um Fahrzeughersteller VW
  • Die Firma verkaufte weit über 17.000 ungeprüfte Vorserienfahrzeuge
  • Der Bußgeldkatalog sieht eine Strafe von bis zu 5000 Euro pro Auto vor

Wolfsburg. Dem VW-Konzern drohen nun erneut empfindliche Strafen. Nach dem Diesel-Skandal stellte sich nun heraus, dass das Unternehmen tausende Fahrzeuge verkaufte, die so niemals in den regulären Straßenverkehr gedurft hätten.

Eigentlich wollte VW-Chef Herbert Diess das schlechte Image der Firma, das dem Konzern seit der Dieselaffäre anhängt, loswerden.

VW in der Kritik: Verkauf von unzähligen nicht geprüften Fahrzeugen

Doch das wird nun schwieriger als erwartet, denn wie sich herausgestellt hat, brachte VW zahlreiche Autos in den Verkehr, welche nie für den offiziellen Verkauf gebaut wurden.

Zwischen 2006 und 2016 verkaufte VW fast 17.000 sogenannter „Vorserienfahrzeuge“, vor allem ins Ausland. Diese dienen nur dem Test bevor eine Serie an den Start geht.

Vorserienfahrzeuge verbergen ungeahnte Gefahren

Das Problem bei solchen Fahrzeugen ist, dass einige davon enorm gefährlich sein können, weil im Nachhinein niemand mehr genau sagen kann, welche Teile in den Autos verbaut wurden.

Der Konzern ließ die Käufer jahrelang glauben, sie würden mit geprüften, fehlerfreien Neu- und Gebrauchtwagen herumfahren. Viele der Autos gingen ins Ausland.

Bundesregierung enttäuscht und wütend über VW

Eine interne Revision machte allein für die Jahre von 2010 bis 2015 9063 Fahrzeuge mit „unklarem Bauzustand“ aus.

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Nicht nur die Kunden fühlen sich betrogen. Auch in der Bundesregierung regt sich einmal mehr Unmut über den Konzern.

Nach dem Rückruf: Prüfung des Qualitätsmanagement

Nach dem verpflichtenden Rückruf von circa 4000 unzulässig in den Verkehr gebrachten Fahrzeugen ist das Thema aber nicht erledigt. Das Bundesverkehrsministerium hat den Konzern verpflichtet, sein Qualitätsmanagement zu prüfen.

Laut dem Spiegel droht VW ein hohes Bußgeld. Bis zu 5.000 Euro können für das Vergehen angesetzt werden – pro Auto. Das Ministerium könnte dem Unternehmen somit eine Rechnung von etwa 20 Millionen Euro schicken.

Ansehen von Diess sinkt

Das Ansehen von Diess als „Aufräumer“ wird dadurch weiter geschwächt und zeigt: Die Konzernkultur ist noch lange nicht so verändert, dass Regelverstöße schnell und offen aufgeklärt und kommuniziert werden.

Die aktuellen Fälle reichen zwar weit in die Zeit vor Diess zurück, jedoch zeigt die Chronologie, wie schleppend die Vorgänge voranschreiten.

Zu langsamer Prozessablauf

Erst im Mai diesen Jahres entschloss VW sich dazu, die unzulässigen Autos zurückzukaufen, dann dauerte es bis September, bis der Konzern die Behörden informierte und erst jetzt im Dezember begann man, die Autobesitzer zu kontaktieren. (db)

 
 

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