Wirtschaftsweise sehen Deutschland in Hochkonjunkturphase

Im Handelsstreit mit den USA hat Chinas Regierungschef Li Keqiang die USA zur Zurückhaltung aufgerufen. "Wir hoffen, dass beide Seiten Vernunft walten lassen, nicht emotional handeln und einen Han...

Beschreibung anzeigen
Die Wirtschaftsweisen sehen vor allem ein verbessertes außenwirtschaftliches Umfeld.
Die Wirtschaftsweisen sehen vor allem ein verbessertes außenwirtschaftliches Umfeld.
Foto: Ingo Wagner / dpa
Führende Ökonomen erwarten einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes von 2,3 Prozent. Die Wirtschaftsweisen sehen aber auch Risiken.

Wiesbaden/Berlin.  Angetrieben vom weltweiten Konjunkturaufschwung wird die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung führender Ökonomen ihr Tempo in diesem Jahr noch einmal erhöhen. Deutschland befinde sich in einer Hochkonjunkturphase, erklärte der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung am Mittwoch in Wiesbaden.

Das Beratergremium der Bundesregierung erwartet einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 2,3 Prozent in diesem Jahr. Im Herbst hatten die Ökonomen – besser bekannt als die fünf Wirtschaftsweisen – ein Plus von 2,2 Prozent vorhergesagt. Im vergangenen Jahr war die deutsche Wirtschaft um 2,2 Prozent gewachsen. Für 2019 sagte der Sachverständigenrat ein Plus von 1,8 Prozent voraus.

Risiken durch Handelsstreit mit USA

Als Hauptgrund für die Korrektur nach oben nannten die Wirtschaftsweisen das verbesserte außenwirtschaftliche Umfeld. „Die Weltwirtschaft erlebt derzeit die erste synchrone Expansionsphase seit Ausbruch der Finanzkrise vor rund zehn Jahren.“

Zugleich warnten die Ökonomen vor wachsenden Risiken, insbesondere durch die angekündigte Zollerhöhung auf Stahl und Aluminium durch US-Präsident Donald Trump. Für die Fortsetzung des globalen Aufschwungs sei ein reibungslos funktionierender Welthandel von zentraler Bedeutung, argumentierten die Experten. „Eine Spirale aus protektionistischen Maßnahmen hätte deutliche negative Auswirkungen auf die globale und die deutsche Wirtschaft.“

Altmaier sieht Chance für Kompromiss mit USA im Handelsstreit

Ökonomen prognostizieren sinkende Arbeitslosenzahlen

Durch den jahrelangen Boom stoße die Binnenkonjunktur allmählich an ihre Grenzen. „Die Knappheit an Arbeitskräften dürfte die Wachstumsdynamik zunehmend bremsen“, betonten die Wirtschaftsweisen. Die Zahl der Beschäftigten dürfte bis 2019 um rund 1,1 Millionen steigen, die der Arbeitslosen um etwa eine Viertelmillion auf 2,275 Millionen abnehmen.

Wegen steigender Steuer- und Beitragseinnahmen rechnen die Professoren mit milliardenschweren Überschüssen im Staatshaushalt. Der Schuldenberg dürfte dadurch im kommenden Jahr erstmals wieder die in den EU-Verträgen vorgesehene Höchstgrenze von 60 Prozent des Bruttoinlandsproduktes unterschreiten.

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung wurde 1963 per Gesetz eingerichtet, um die Politik zu beraten. Vorsitzender ist seit 2013 der Ökonom Christoph Schmidt. Dem Gremium gehören außerdem Peter Bofinger, Lars Feld, Isabel Schnabel und Volker Wieland an. (dpa/rtr)

 
 

EURE FAVORITEN