Wie passt das denn zusammen? Amazon macht immer mehr Kohle – trotzdem wird Prime jetzt deutlich teurer

Heute gibt es kaum etwas auf der Welt, das der Online-Händler Amazon nicht verkauft. Und es gibt kaum einen Ort auf der Welt, wo das alles nicht zu haben ist. Doch wie wurde das Unternehmen so groß?

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  • Der Online-Händler Amazon begeistert Anleger mit einem mehr als verdoppelten Gewinn im Auftaktquartal
  • Was nicht dazu passt: deutlich höhere Preise für Prime-Abos

Berlin.  Für Amazon könnte es kaum besser laufen. Der boomende Internethandel und florierende Cloud-Dienste haben dem ohne supersuperreichen Online-Händler noch mal mehr Einnahmen beschert. Wahrscheinlich kommt Firmenchef Jeff Bezos gar nicht mehr aus Lachen heraus. Der Firmenchef war ja eh schon vorher der reichste Mensch der Welt.

In den ersten drei Monaten des Jahres machte Amazon im Vergleich mit dem Vorjahr 43 Prozent mehr Gewinn, also 51 Milliarden Dollar. Was dabei verwundert: Die Preise für den Abo-Service Prime sollen jetzt trotzdem deutlich teurer werden.

Prime-Preis steigt um 20 Prozent

Erstmals seit März 2014 werden am 11. Mai die Preise des Abo-Service Prime für Neukunden steigen – um ganze 20 Prozent von 99 auf 119 Dollar pro Jahr. Ob das auch außerhalb der USA gilt, blieb zunächst unklar – alles andere wäre aber zumindest überraschend. Begründung: Das Programm sei erheblich erweitert worden.

Bezos hatte erst in der vergangenen Woche verraten, dass Amazon inzwischen mehr als 100 Millionen zahlende Prime-Kunden habe. Neben einer Versand-Flatrate bietet der vor 13 Jahren gestartete Service für eine monatliche oder Jahresgebühr schon länger auch Zugang zu Online-Videos und etlichen anderen Angeboten. Damit ist Prime für Amazon zu einem wichtigen Instrument zur Kundenbindung geworden.

Amazon äußert sich nicht zu Trump-Kritik

Zu einer Angelegenheit, die den Aktienkurs vor einigen Wochen zeitweise massiv gedrückt hatte, hält sich der Konzern indes weiter bedeckt: Die Dauerkritik von US-Präsident Donald Trump wurde weder im Geschäftsbericht noch in der Analystenschalte thematisiert.

Trump hatte Amazon Ende März hart attackiert: „Sie zahlen wenig oder gar keine Steuern an Bundesstaaten und Kommunen und sie benutzen unser Postsystem als ihren Botenjungen“, schrieb der US-Präsident bei Twitter. In einem Medienbericht hieß es gar, dass Trump den Konzern hasse und einen Regulierungsschlag zur Begrenzung seiner Marktmacht erwäge. Bislang folgten dem jedoch keine Taten.

Auf dem Kieker hat Trump Amazon aber schon lange, als Hauptgrund gilt eine Fehde mit der Zeitung „Washington Post“, die im Privatbesitz von Bezos ist.

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(dpa/ba)

 
 

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