Wie die Ölmultis an den Spritpreisen mitverdienen

Die Mineralölbranche hat mit gestiegenen Gewinnspannen bei Superbenzin offenbar die jüngsten Rekordpreise an den Tankstellen mit verschuldet. Foto: dapd
Die Mineralölbranche hat mit gestiegenen Gewinnspannen bei Superbenzin offenbar die jüngsten Rekordpreise an den Tankstellen mit verschuldet. Foto: dapd
Die Autofahrer ächzen unter den hohen Benzinpreisen. Doch allein mit den gestiegenen Rohölpreisen und dem schwachen Euro - wie es die Ölwirtschaft weismachen will - ist das nicht erklärt. Eine Studie der Grünen zeigt, wie die Konzerne den Preis zusätzlich in die Höhe treiben.

Berlin.. Die Mineralölbranche hat mit gestiegenen Gewinnspannen bei Superbenzin die jüngsten Rekordpreise an den Tankstellen mit verschuldet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Grünen-Bundestagsfraktion.

Demnach ist der Preis für den Liter Super E5 zwischen Ende November 2011 und Anfang März 2012 um 11,3 Cent nach oben geklettert. 4,7 Cent davon kassiert die Mineralölbranche „zuviel“ und erhöht auf diesem Wege ihre Erträge. Das macht 42 Prozent des Preisanstiegs aus.

Für die Verbraucher entstehen damit pro Monat rund 100 Millionen Euro an Mehrkosten. Die übrigen 6,6 Cent, also 58 Prozent des Preisanstiegs, sind auf höhere Rohölpreise und den schwachen Euro zurückzuführen. Damit begründet beispielsweise der Mineralölwirtschaftsverband MVB die derzeitigen Rekordpreise.

Marge auf Diesel gesunken

Die Studie verbindet die Preiserhöhungen für Superbenzin vor allem mit den überproportional gestiegenen Gewinnspannen bei den Raffinerien.

Bei Diesel zeichnet sich ein anderes Bild ab. Hier hat die Erhebung die Bruttomarge untersucht. Darunter versteht man den Tankstellenpreis minus den Rohölpreis. Sie ist im Vergleichszeitraum von 23,19 Cent je Liter auf 22,27 Cent minimal gesunken.

„Wir haben keinen funktionierenden Wettbewerb bei den Tankstellen“, sagte Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn und forderte mehr Rechte für das Kartellamt, damit es in den Markt besser eingreifen kann. „Wichtig wäre kurzfristig auch ein Monitoring der Preisentwicklung.“

Super-Benzin steuert auf 1,70 Euro zu

Unterdessen nähert sich der Benzinpreis der Marke von 1,70 Euro. Nach Auswertung der Tankstellenpreise in 20 Städten teilte der Automobilclub ADAC am Dienstag mit, ein Liter Super E10 sei derzeit mit 1,689 Euro in Bamberg, Düren, Flensburg, Lüneburg, Neubrandenburg und Rüsselsheim am teuersten. Um 3,5 Cent günstiger tanke man dagegen in Zwickau.

 
 

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