Wie die neue Zentrale des Bergbaukonzerns RAG aussehen soll

So soll die neue Zentrale des Bergbaukonzerns RAG auf Zollverein in Essen aussehen.
So soll die neue Zentrale des Bergbaukonzerns RAG auf Zollverein in Essen aussehen.
Foto: Unternehmen
Die RAG kehrt zu ihren Wurzeln zurück: Kurz vor dem Aus für die letzte Zeche bekommt der Konzern eine neue Zentrale auf Zollverein in Essen.

Essen/Herne. Der Umzug des Bergbaukonzerns RAG von Herne nach Essen rückt näher. Bevor Ende 2018 die letzte deutsche Steinkohlenzeche ihren Betrieb einstellt, sollen im Herbst 2017 rund 220 Mitarbeiter des Unternehmens und der Eigentümerin RAG-Stiftung in einen Neubau auf dem Gelände der Zeche Zollverein einziehen. Die Adresse auf dem Kokerei-Areal von Zollverein lautet „Im Welterbe 10“. Mit einer Grundsteinlegung startete nun offiziell das Neubauprojekt.

„Mit dem Umzug des Unternehmens nach Zollverein kehrt die RAG zu ihren Wurzeln zurück in die Stadt, in der sie im Jahr 1968 gegründet wurde“, sagt RAG-Chef Bernd Tönjes. 1968 waren noch mehr als 230.000 Menschen auf rund 60 Bergwerken für die damalige Ruhrkohle AG tätig. Inzwischen ist die Zahl der RAG-Mitarbeiter auf unter 10.000 gefallen.

300 Beschäftigten bleiben im Herner Stadtteil Wanne

Die RAG soll es auch nach dem Ende der Kohlenförderung geben. Künftige Aufgabengebiete sind die sogenannten Alt- und Ewigkeitslasten, zum Beispiel die Abwicklung von Bergschäden und die Flächensanierung. Außerdem arbeitet die RAG an Themen wie Geothermie, Photovoltaik, Windrad-Projekten auf Bergbauhalden und Pumpspeicher-Kraftwerken unter Tage. Ende 2015 wurde mit Auguste Victoria in Marl die drittletzte Zeche geschlossen. In Betrieb sind noch das Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop und die Anthrazitkohlen-Zeche in Ibbenbüren im Tecklenburger Land.

Bereits Ende 2014 hatte die RAG verkündet, den langjährigen Konzernsitz Herne Richtung Essen zu verlassen. Was aus dem bisherigen Verwaltungsgebäuden wird, die mehreren Hundert Beschäftigten Platz bieten, ist ungewiss. Die Immobilien in Nähe der Herner Innenstadt befinden sich zum größten Teil nicht mehr im Eigentum der RAG. Die Pläne der Stadtverwaltung, dort ein „Technisches Rathaus“ einzurichten, sind inzwischen vom Tisch.

Der Umzug sei eine Entscheidung für Essen und nicht gegen Herne gewesen, wird im Unternehmen betont. Mit bis zu 300 Beschäftigten will die RAG im Herner Stadtteil Wanne bleiben – auf dem Gelände des ehemaligen Bergwerks Pluto. An diesem Standort sollen in Zukunft unter anderem die Grubenwehr sowie Mitarbeiter für Themen wie Wasser-Management, Bergschäden und Lohnbuchhaltung angesiedelt sein.

Neubau mit begehbarem Dach

Eigentümerin der neuen Immobilie auf Zeche Zollverein ist die RAG-Stiftung, die auch Mehrheitsaktionärin des Chemiekonzerns Evonik ist. Projektentwickler ist das Essener Unternehmen Kölbl Kruse. Die Baukosten für die neue Firmenzentrale sollen zwischen 25 und 28 Millionen Euro liegen. Die RAG-Stiftung ist derzeit Untermieterin des Kraftwerkskonzerns Steag in Essen. „Aus Gründen, die Mietzahlungen zu reduzieren, empfiehlt sich ein Neubau“, sagt Stiftungschef Werner Müller.

Der zweigeschossige Neubau soll ein begehbares Dach bekommen. Beim Bau werde besonders auf Themen wie Umweltschutz und Nachhaltigkeit geachtet, betont der Architekt Gerhard Wittfeld. Der Chef der RAG-Immobilientochter, Hans-Peter Noll, hofft, dass nun weitere Investoren nach Zollverein gelockt werden.

 
 

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