Werbeagentur von BVB und Evonik zieht es nach Essen

Die drei Männer von KNSK: Dirk Hoffmann, Detmar Karpinski und Werner Knopf (von links) auf Zollverein.
Die drei Männer von KNSK: Dirk Hoffmann, Detmar Karpinski und Werner Knopf (von links) auf Zollverein.
Foto: Jakob Studnar
Die Hamburger Firma KNSK gehört zu den großen Werbeagenturen in Deutschland. Nun siedelt sich das Unternehmen, das für Evonik und Borussia Dortmund arbeitet, auf dem Gelände von Zollverein in Essen an. Provokationen gehören zum Konzept – auch in Sachen Schalke 04.

Essen.. Als Evonik vor einigen Tagen das Debüt an der Börse feierte, leistete sich der Essener Konzern einen lockeren Spruch, der nicht überall in Deutschland gut angekommen sein dürfte. „Zum Glück gibt es auch Großprojekte in Deutschland, die in Ruhe zu Ende gebracht werden: Evonik ist an der Börse“, verkündete der Konzern in großen Buchstaben und präsentierte daneben ziemlich triste Bilder.

Sie zeigten den Flughafen Berlin-Brandenburg, das Bahn-Projekt Stuttgart 21 und den Hochtief-Bau Elbphilharmonie in Hamburg. Die Provokation gehörte zum Konzept. Ähnliche Sticheleien könnte es in Zukunft häufiger geben. Denn die Werbeagentur, die hinter der Kampagne steckt, will im Ruhrgebiet durchstarten – und sie betreut nun auch Borussia Dortmund.

KNSK in Essen: Schacht XII, Halle 6

Bereits jetzt gehört die Hamburger Firma KNSK zu den großen Werbeagenturen in Deutschland. Neben Evonik zählen Firmen wie Telegate, Total, Hermes, WMF oder auch der Freistaat Thüringen zu den Auftraggebern. Die beiden Mitgründer und Geschäftsführer von KNSK sind seit mehr als 30 Jahren im Geschäft: Detmar Karpinski (52) und Werner Knopf (58) stehen für die zwei Ks im Firmennamen.

140 Beschäftigte zählt die Agentur in Hamburg, nun kommen 15 Mitarbeiter hinzu. Auf dem Gelände der Essener Zeche Zollverein hat KNSK ein Büro eröffnet. Schacht XII, Halle 6 – ohne diese Angaben wäre das Unternehmen schwer zu finden. Der Denkmalschutz auf dem Gelände verbietet größere Firmenschilder.

Kunden von KNSK sind Borussia Dortmund und Evonik

Karpinski und Knopf kommen aus dem Ruhrgebiet, der eine aus Bochum, der andere aus Mülheim. Doch Karriere haben sie jenseits des Reviers gemacht. 1998 hat KNSK Slogans für die Wahlwerbung des späteren Kanzlers Gerhard Schröder entworfen. Karpinski gehörte zwischenzeitlich zur Jury beim Werbefilmfestival in Cannes. Und nun? „Endlich zu Hause“ stand auf der Einladungskarte für eine kleine Feier auf Zollverein. „Natürlich haben Emotionen bei der Ansiedlung eine wichtige Rolle gespielt“, sagt Karpinski.

Der Evonik-Faktor liefert eine weitere Erklärung. Der neue KNSK-Büroleiter Dirk Hoffmann (44) hat jahrelang für den Konzern gearbeitet. Ein neuer Kunde von KNSK ist Borussia Dortmund. Bislang war der Fußballclub Gegenstand von Kampagnen, die KNSK für den Trikotsponsor Evonik konzipiert hat.

Es gab schon Zoff mit Fans von Schalke 04

Vor Jahren schaltete Evonik eine Anzeige mit dem Spruch „Katholisch, evangelisch, neuapostolisch. Wir haben kein Problem mit Kirchen. Außer, es steht ,Gelsen’ davor.” Daneben faltete ein Borussia-Fan die Hände gen Himmel. Das sorgte – wie zu erwarten war – für Zoff mit Schalke-Anhängern. Nun wird KNSK noch umfassender als bisher in Sachen BVB tätig. Die Werbeagentur entwickelt für die Borussia unter anderem eine „Leitidee“ für die Saison 2013/14, kümmert sich um die Gestaltung der Eintrittstickets und entwirft einen Fanartikelkatalog.

Dass sich die Hamburger Agentur auf Zollverein angesiedelt hat, ist aus Sicht ihrer Chefs auch eine Entscheidung mit Symbolcharakter. „Die Kunden im Ruhrgebiet haben etwas Besseres verdient als diese Schickimicki-Agenturen aus Düsseldorf“, stichelt Werner Knopf. „Ich wüsste nicht, wann schon einmal eine große Werbeagentur ins Ruhrgebiet gegangen ist“, sagt er noch. „Wir mussten das Ruhrgebiet verlassen, um in der Werbebranche Karriere zu machen. So sollte es heute nicht mehr sein.“

 
 

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