Weltspartag: Die Deutschen lieben noch immer ihr Kleingeld

Im Schnitt haben Deutsche sechs Euro als Kleingeld in der Tasche.
Im Schnitt haben Deutsche sechs Euro als Kleingeld in der Tasche.
Foto: Arne Immanuel Bänsch / dpa
Viele Deutsche wollen am Weltspartag ihre gesammelten Münzen bei der Bank einzahlen. Allerdings ist das heute oft mit Kosten verbunden.

Berlin.  Wenn die Banken am Dienstag zum traditionellen Weltspartag aufrufen, wird wieder deutlich: Deutschland ist ein Land, das am Kleingeld hängt.

Während man bei skandinavischen Bäckern oder englischen Pubs mit Karte zahlt, werden in Deutschland Münzen zusammengesucht. Manche Länder haben kleine Cent-Münzen sogar aus dem Alltag verbannt – in den Niederlanden etwa wird beim Einkauf auf fünf Cent gerundet.

Hierzulande werden dagegen kleine Beträge fast nur bar bezahlt – bei Summen bis fünf Euro zu 96 Prozent, wie eine Studie der Bundesbank im vergangenen Jahr angab. Demnach haben die Menschen im Schnitt 107 Euro in der Tasche, davon sechs Euro als Kleingeld. Wie viele Münzen bei Leuten daheim noch rumliegen, kann keiner genau sagen.

Es könnte aber einiges sein. Die Bundesbank geht davon aus, dass geschätzt etwa 60 bis 70 Prozent des Geldes, das sie ausgibt, mittlerweile im Ausland unterwegs ist. Etwa fünf bis zehn Prozent der Münzen und Scheine seien direkt im Umlauf, also etwa an Ladenkassen. Der Rest? Werde womöglich gehortet oder sei verloren gegangen.

Banken erheben Gebühren fürs Abgeben von Geld

Das Abgeben von Münzen lassen sich manche Banken mittlerweile bezahlen, wie ein Blick in die Preisverzeichnisse zeigt.

Die Institute würden das sehr unterschiedlich handhaben, heißt es bei den jeweiligen Verbänden der Sparkassen, der Privatbanken sowie der Volks- und Raiffeisenbanken. Manche nehmen Gebühren von Gewerbekunden oder Fremdkunden, andere ab einem bestimmten Betrag oder Alter.

Bei der Hamburger Sparkasse zum Beispiel zahle der „überwiegende Teil“ der Kunden nichts, sagt Sprecherin Stefanie von Carlsburg. Bei anderen fällt seit 2016 eine Gebühr an, wenn sie mehr als fünf Münzrollen und fünf Beutel pro Monat abgeben.

Auch bei der Berliner Sparkasse kann man Münzen in Plastikbeuteln abgeben (sogenannten „Safebags“). Wer älter als 26 Jahre ist, zahlt pro Beutel 7,50 Euro. Die Berliner Volksbank nimmt eine Gebühr, wenn man mehr als 100 Euro im Monat einzahlt.

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Komplizierte Auflagen für Banken

Das Handling von Bargeld ist tatsächlich immer teurer geworden, auch durch neue Auflagen. So müssten Banken mittlerweile auch Hartgeld auf Fälschungen prüfen.

„Das Geld muss zum Beispiel ausgezählt, auf Umlauffähigkeit und Echtheit geprüft, für den Geldtransport aufbereitet und versichert transportiert werden“, sagt ein Sprecher der Berliner Sparkasse. Im laufenden Jahr hätten Kunden dort Münzen im Wert von rund 18 Millionen Euro eingezahlt.

Privatkunden können Münzen auch „in haushaltsüblichen Mengen“ ohne Gebühr bei den 35 Bundesbankfilialen umwechseln. Vorausgesetzt, man hat eine in der Nähe.

Komplizierter ist es für Unternehmen – denn auch das Besorgen von Wechselmünzen kann teuer sein. Geschäfte im nordrhein-westfälischen Kleve hatten deswegen den Versuch gestartet, wie in den Niederlanden zu runden – doch ohne durchschlagenden Erfolg. (dpa/jha)

 
 

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