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Weiteres Stadtwerk kündigt Teldafax

Immer mehr Stadtwerke kündigen dem Billigstromversorger Teldafax die Netzverträge. Jüngstes Beispiel ist Düsseldorf. Teldafax ist auch dort mit der „Miete“ für die Netznutzung in Verzug. Die Kunden müssen sich keine Sorgen machen.

Düsseldorf. 

Der defizitäre Strom- und Gasanbieter Teldafax Energy bekommt von immer mehr Netzbetreibern die Kündigung ins Haus geschickt. Die Stadtwerke Düsseldorf teilten am Freitag mit, die Zusammenarbeit zum 28. März zu beenden. „Die dafür vertraglich vereinbarten Netznutzungsentgelte entrichtet die Teldafax Energy GmbH trotz erfolgter Mahnungen nicht mehr“, hieß es. Einen Tag später übernähmen die Stadtwerke die Versorgung der Kunden. „Es wird keine Versorgungsunterbrechung geben.“

Eine Teldafax-Sprecherin bestätigte, dass das Unternehmen in Zahlungsverzug sei. Der Bremer Versorger SWB kündigte Teldafax ebenfalls die Leitungen.

Auch Essen und Velbert kündigen

Nach Angaben von Teldafax sind in Düsseldorf 1700 Strom- und 300 Gaskunden betroffen. Ähnliche Probleme gebe es unter anderem in den Städten Essen, Velbert und Garbsen. Das Unternehmen hoffe, in Düsseldorf noch kurzfristig eine Einigung zu erzielen und die Kunden zu behalten. Dies sei bei anderen Netzanbietern gelungen. Die Sprecherin verwies darauf, dass Teldafax neue Besitzer bekommen habe und an einer Restrukturierung arbeite.

Es handele sich um „eine deutliche Summe“, die offen sei, sagte ein Sprecher der Stadtwerke Düsseldorf. Die Teldafax-Kunden würden nun in die „Ersatzversorgung“ genommen. Die Kosten entsprechen dem Grundversorgungs-Tarif. Neben diesem haben die meisten Versorger aber günstigere Tarife. „Für die Kunden gibt es keine Kündigungsfristen“, sagte der Stadtwerke-Sprecher. Sie könnten den Anbieter frei wählen.

Teldafax wird umgebaut

Teldafax steht seit Monaten in den Schlagzeilen. Vor zwei Wochen hatte das Unternehmen aus Troisdorf bei Bonn mitgeteilt, von Finanzinvestoren übernommen worden zu sein. Der vom Aufsichtsrat eingesetzte Sanierungsexperte Hans-Gerd Höptner hatte finanzielle Engpässe eingeräumt und das Unternehmen als Sanierungsfall beschrieben. Die Margen müssten dringend verbessert werden. Teldafax sucht zudem weitere Investoren.

Der Sponsor des Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen vertreibt konzernunabhängig Strom und Gas und macht damit klassischen Anbietern wie E.ON und RWE Konkurrenz. Über eigene Kraftwerke verfügt der Discounter nicht. Teldafax hat bundesweit 800.000 Kunden. (rtr)