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Was Thyssen-Krupp mit seinem neuen Firmenlogo verspricht

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Foto: Funke Foto Services
Das Essener Unternehmen Thyssen-Krupp will mit einer neuen Dachmarke seinen Wandel vom Stahl- zum Technologiekonzern unterstreichen. Der neue Slogan heißt „engineering. tomorrow. together.“

Essen. 

Nach dem Wandel vom Stahl- zum Technologiekonzern will Thyssen-Krupp nun auch nach außen mit einer neuen Dachmarke auftreten. Die auffälligsten Änderungen: das Logo, der englische Slogan, das hellere Blau und die Schreibweise des Namens mit kleinen Buchstaben „thyssenkrupp“.

„Wir wollen ein sichtbares Zeichen setzen, dass wir als integrierter Konzern auftreten. Wir sind heute ein anderes Unternehmen“, sagte Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger bei der Präsentation des Markenauftritts in Essen. Er soll dem Weltkonzern mit 160 000 Mitarbeitern dabei helfen, sein Bild nach außen zu schärfen. „Wir werden noch nicht überall als der leistungsfähige Industriekonzern wahrgenommen, der wir sind und künftig noch mehr sein wollen“, räumt Kommunikationschef Alexander Wilke ein.

„engineering. tomorrow. together.“

Thyssen-Krupp setzt aber nicht nur auf ein frischeres Design. Der neue Slogan „engineering. tomorrow. together.“ soll auch die neue Philosophie widerspiegeln, die sich das Unternehmen selbst verordnet hat: „Technik. Morgen. Gemeinsam.“ Der Slogan ist in einem zweijährigen internen Prozess entstanden, an dem alle Mitarbeiter mitwirken konnten.

Mehr als 6000 Kunden, Beschäftigte, Investoren, Betriebsräte, aber auch Verbraucher wurden befragt. Das Ergebnis: Thyssen-Krupp kann in der öffentlichen und innerbetrieblichen Wahrnehmung mit seinen Ingenieurleistungen und der Qualität seiner Produkte punkten. Das Unternehmen gilt als zuverlässig. „Bei der Kundenorientierung und beim Kosten-Nutzen-Verhältnis sind wir aber noch verbesserungsfähig“, meint Hiesinger.

Konzern will näher an die Kunden heran

Mit der neuen Marke wolle Thyssen-Krupp deshalb näher an die Kunden heran und den Beschäftigten ein „modernes Arbeitsumfeld“ bieten. Als Beispiel nennt Personalvorstand Oliver Burkhard das Pilotprojekt „Job Swap“, das den internen Stellentausch für drei Wochen ermöglichen und 2016 konzernweit ausgerollt werden soll. „Damit können wir die großartige Vielfalt der Arbeitsplätze bei Thyssen-Krupp zeigen“, so Burkhard.

Für Joachim Limberg, Chef des Geschäftsfelds Materials Services, steht die Kundennähe ganz oben auf der Agenda: „Aufträge werden bei dem Unternehmen platziert, das auch einhält, was es verspricht.“

Mit der Stärkung der Dachmarke Thyssen-Krupp soll nach Hiesingers Angaben in den nächsten Jahren eine Vielzahl der 181 Einzelmarken, die zum Konzern gehören, verschwinden. So große Namen wie Uhde oder Bilstein sollen aber als Produktbezeichnungen erhalten bleiben.

Firmenlogo ohne „Klingelknopf“

Finanzchef Guido Kerkhoff beziffert die Kosten für die Rund-Erneuerung des Erscheinungsbildes von Thyssen-Krupp auf einen „niedrigen einstelligen Millionenbetrag“. Auch wenn nicht sofort alle Schilder abgeschraubt werden, wird das neue Logo das öffentliche Bild prägen: an der Unternehmenszentrale in Essen und auch am Stahlwerk in Duisburg, das mit dem Logo angestrahlt werden soll.

Seit der Konzernfusion im Jahr 1999 schmiegte sich der Rheinstahl-Bogen von Thyssen im gemeinsamen Firmenlogo um die drei Kruppschen Eisenbahnräder. Ab heute ist der Bogen darin integriert. „Klingelknopf“ und „Stahlbramme“, so der Konzernjargon, verschwinden. Das Dunkelblau, das im wichtigen Absatzmarkt China für Trauer steht, ist einem leuchtenderen Ton gewichen. Und der englische Slogan „engineering. tomorrow. together.“ ist der Entwicklung geschuldet, dass zwei Drittel der Thyssen-Krupp-Belegschaft im Ausland arbeiten und die Führungskräfte untereinander meist Englisch reden.