Warum Kneipen mit der Zeit gehen müssen

In Deutschland hat seit 2001 jede dritte Kneipe dicht gemacht. (dapd)
In Deutschland hat seit 2001 jede dritte Kneipe dicht gemacht. (dapd)
Nach Meinung der DerWesten-Nutzer wird die traditionelle deutsche Kneipe in Zukunft nur noch auf Bildern in Museen vorhanden sein. Wirte, die nicht mit der Zeit gehen, werden ihren Laden nicht über Wasser halten können. Das ist der aktuelle Trend, den unsere Nutzer kommentiert haben.

Essen. Die Anzahl der traditionellen deutschen Kneipen geht bundesweit zurück. Wer oder was ist Schuld daran? Als größter Kritikpunkt wird in den Nutzerkommentaren bei DerWesten der hohe Preis der Getränke genannt. SN332 sieht es nicht ein, „3,50-4,00 Euro für ein Weizenbier zu bezahlen“. Im Getränkemarkt gäbe es die Flasche für 0,70 Euro und wenn er diese in seinem Wohnzimmer trinkt, dann kann er dabei „noch schön Bundesliga auf Sky gucken und dabei eine rauchen“.

Die Kneipe sei ein Konzept, das „definitiv out“ ist, meint mitLINKSinsVERDERBEN. „Wer bitte will sich denn den Abend in einer stinkenden Pinte mit schlechter Musik und chronischen Alkoholikern um die Ohren schlagen?“, fragt er weiter. Diese Einstellung sei aber falsch, meinen andere Nutzer. Kneipen, auf die diese Beschreibung passt, seien eher die Ausnahme.

Die Kneipe ist nicht mehr der Treffpunkt in der Nachbarschaft.

Man treffe sich einfach nach der Arbeit nicht mehr zum Plaudern in der Kneipe, kommentiert Derwoganznettist. Die Gründe seien offensichtlich: „30 Fernsehprogramme, immer weniger Geld im Beutel, Rauchverbot und hohe Fassbierpreise im Gegensatz zum Flaschenbier“. Für kikimurks gibt es noch weitere Gründe. Das Freizeitverhalten habe sich geändert und so gehe man eher ins Fitnessstudio als in die Kneipe. Außerdem werden Restaurants lieber für einen gemütlichen Plauderabend genutzt.

„Die Zeiten ändern sich halt und da, wo die Wirte sich nicht mit entwickelt haben, bleiben die Läden eben leer.“, meint kikimurks. Jedoch gebe es auch genügend Beispiele von Lokalen, die durch neue Konzepte viel Kundschaft anziehen. Auch das Thema Rauchverbot wird in der Diskussion gestreift. V.hohnwald schreibt, dass das flächendeckende Rauchverbot noch mehr Gastwirte zur Aufgabe ihrer Kneipe bringen werde. In München sei dies derzeit gut zu beobachten. „Die vertriebenen Raucher werden eben nicht durch Nichtraucher ausgeglichen“, gibt er in seinem Kommentar an.

Tee und Kaffee statt Alkohol.

Die Mehrheit unserer Nutzer ist jedoch der Meinung, dass der Preis der Getränke und das veraltete Konzept Schuld am Kneipensterben ist. „Für einen strammen Max mit Pils 15 bis 20 Euro abzudrücken, können sich auch nur Ackermanns oder VW-Chefs leisten, oder sie sitzen im NRW Landtag und erhöhen sich einfach mal die Diäten, wenn die Kneipe zu teuer wird“, beschwert sich klaig. Kneipenstammgast hansreinerg teilt uns mit, dass sich in seine Kneipe nie ein Jugendlicher oder Politiker verirrt.

Eine exotische Meinung vertritt GeorgWashuber. Er sieht das Aussterben der traditionellen Kneipe positiv vom Standpunkt der Gesundheit. Es sei ein Skandal, „dass der Konsum von suchterzeugenden Genussmitteln wie Nikotin und Alkohol in Kneipen über Jahrhunderte kultiviert wurde“. Er wünscht sich in Zukunft mehr Teestuben und grüne Lokale. Dabei soll nicht nur eine gute Atmosphäre für soziale Treffpunkte entstehen, sondern auch auf die Umwelt geachtet werden.

Unsere Nutzer denken, dass es mit der traditionellen Art und Weise im Kneipengeschäft nicht mehr funktioniert. Die Wirte müssen ihre Konzepte überarbeiten, um die Lokale über Wasser zu halten. Dabei wird die traditionelle deutsche Kneipenkultur auf Dauer aussterben, was die Zahlen des Negativtrends auch unterstützen.

 
 

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