Warum diese Produkte bei Kaufland nicht mehr zu finden sind

Was man über die Tengelmann Gruppe wissen muss

Die Tengelmann Gruppe gehört zu den größten Familienunternehmen Deutschlands. 215.000 Beschäftige zählt der Konzern. Das muss man sonst über das Unternehmen wissen.

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Die Supermarktkette Kaufland und der Konsumgüter-Gigant Unilever liegen seit Wochen im Clinch. Das hat nun auch Folgen für die Kunden.

Berlin.  Wer regelmäßig bei Kaufland Besorgungen macht, hat es vielleicht bemerkt: In einigen Regalen klaffen große Lücken. Eiscreme von Langnese, Fertigsoßen von Knorr oder Olivenöl von Bertolli sind in den Filialen der Supermarktkette derzeit immer weniger zu finden.

Was diese Marken gemeinsam haben: Sie gehören zum britisch-niederländischen Unilever-Konzern.

Seit September hat Kaufland etwa 480 Produkte von Unilever aus den Regalen genommen. Die Begründung: Der Konsumgüter-Multi habe die Lieferpreise kurzfristig drastisch erhöht.

Betroffen sind nach Angaben von Kaufland neben Marken wie Knorr und Langnese auch der Eistee-Hersteller Lipton oder die Deo-Marke Axe. Einen Bestellstopp für Unilever-Produkte gebe es auch in Tschechien, der Slowakei, Polen, Rumänien und Bulgarien.

Edeka boykottierte Nestlé

Und ein Ende des Preiskampfes ist nicht in Sicht. Es sei nicht auszuschließen, dass sich der Streit noch weit ins kommende Jahr hineinzieht, sagt jetzt der Unilever-Chef für Deutschland, Österreich und die Schweiz, Ulli Gritzuhn, in der „Welt“: „Ich kann nicht von weißem Rauch reden“. Eine Kaufland-Sprecherin sagte der Zeitung: „Wir stehen nach wie vor mit Unilever in Kontakt und sind offen für konstruktive Gespräche.“

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Es ist nicht der erste Streit dieser Art. Erst Anfang Mai einigten sich der Schweizer Lebensmittel-Gigant Nestlé und die Edeka-Gruppe nach einem monatelangen Machtkampf auf neue Lieferkonditionen. Über die Details wurde Stillschweigen vereinbart, doch laut Insidern hatte sich Edeka klar durchgesetzt. Zuvor hatte die Handelsgruppe etwa 200 Nestlé-Produkte wie Kaffee und Pizza aus den Regalen verbannt.

Unilever muss mit massiven Verlusten rechnen

Hintergrund der zunehmend unversöhnlichen Auseinandersetzungen zwischen Märkten und Lieferanten ist die Konzentration im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Inzwischen haben Edeka, Rewe und Lidl zusammen einen Marktanteil von 60 Prozent – das stärkt ihre Macht und erhöht ihr Selbstbewusstsein gegenüber den Lieferanten.

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Oder wie Unilever-Chef Gritzuhn zum Streit mit Kaufland in der „Welt“ sagt: „Das ist eine neue Stufe bei derartigen Auseinandersetzungen und wird als Druckmittel gegen uns eingesetzt.“ Kaufland gehört zu den zehn größten Unilever-Kunden. Die Umsatzeinbußen für Unilever dürften laut „Welt“ rasch eine dreistellige Millionen-Euro-Höhe erreichen. (küp/mit dpa)

 
 

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