VW macht’s offiziell: Herbert Diess ist neuer Konzernchef

Der neue VW-Chef Herbert Diess.
Der neue VW-Chef Herbert Diess.
Foto: Andreas Arnold / dpa
Autobauer Volkswagen hat einen neuen Mann an der Spitze des Konzerns: Herbert Diess, der bisher VW-Markenchef, beerbt Matthias Müller.

Wolfsburg.  Herbert Diess ist neuer Vorstandschef des Volkswagen-Konzerns. Der Aufsichtsrat berief den 59-jährigen VW-Markenchef am Donnerstag an die Spitze des weltgrößten Autokonzerns mit mehr als 600.000 Beschäftigten.

Der bisherige Vorstandschef Matthias Müller scheide mit sofortiger Wirkung als Vorstandsvorsitzender aus, teilte VW mit. Der Konzern wird in sechs Geschäftsfelder und die Region China gegliedert. Dadurch soll Volkswagen übersichtlicher und besser steuerbar werden.

Größter Umbau der Unternehmensgeschichte

Die für die Markengruppen verantwortlichen Vorstandsvorsitzenden übernehmen zusätzliche Führungsaufgaben im Konzern. Dadurch soll Konzernchef Diess entlastet werden. Mit dem größten Umbau in der Unternehmensgeschichte geht ein Stühlerücken im Vorstand einher. Neben Einkaufschef Francisco Garcia Sanz muss Personalvorstand Karlheinz Blessing seinen Hut nehmen. Für ihn rückt der bisherige Generalsekretär und Vertraute von Betriebsratschef Bernd Osterloh, Gunnar Kilian, in den Vorstand ein.

Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch dankte dem bisherigen Konzernchef Müller. Dieser habe das Unternehmen im Herbst 2015 übernommen, als der Konzern durch den Abgasbetrug vor der größten Herausforderung seiner Geschichte gestanden habe.

Entscheidungen sollen bei VW schneller künftig getroffen werden

Die umfassende Neuordnung bei Volkswagen soll laut Pötsch Entscheidungen bei dem riesigen Autokonzern beschleunigen. Die neue Aufteilung solle die Konzernsteuerung verschlanken und Synergien nutzen, erklärte Pötsch. „Ziel des Volkswagen-Konzerns ist und bleibt es, das Unternehmen mit seinen Marken zukunftsfähig auszurichten.“ VW wolle die individuelle Mobilität von morgen an führender Stelle mitgestalten.

Die Autobranche ist mitten in einem umfassenden Wandel, hin zu alternativen Antrieben und autonomem Fahren. VW wurde in der Vergangenheit zentralistisch geführt und galt als schwerfällig. Nach Meinung von Experten muss VW schneller auf Entwicklungen reagieren und flexibler werden.

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(dpa/rtr)

 
 

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