Volkswagen baut Werke Nummer 18, 19 und 20 in China

Noch Ende dieses Jahres werde in Tianjin nahe der Hauptstadt Peking ein Werk für die Schnellschaltautomatik DSG eröffnen, teilte Volkswagen am Montag mit.
Noch Ende dieses Jahres werde in Tianjin nahe der Hauptstadt Peking ein Werk für die Schnellschaltautomatik DSG eröffnen, teilte Volkswagen am Montag mit.
Foto: dpa
Der Volkswagen-Konzern hält sein hohes Tempo in China bei und stampft dort die nächsten Werke aus dem Boden. Fabrik Nummer 18 eröffnet noch dieses Jahr und soll Getriebe bauen; für zwei weitere Autowerke bekommen Hafenstädte im Osten den Zuschlag. China ist für VW der wichtigste Absatzmarkt.

Wolfsburg/Peking. Der Volkswagen-Konzern nimmt auf seinem weltweit wichtigsten Markt China die Fabriken Nummer 18, 19 und 20 in Angriff. Noch Ende dieses Jahres werde in Tianjin nahe der Hauptstadt Peking ein Werk für die Schnellschaltautomatik DSG eröffnen, teilte Volkswagen am Montag mit. Außerdem kündigte der Konzern zwei neue Fahrzeugfabriken an; eine davon ebenfalls in Tianjin und die zweite in der Stadt Qingdao in der Ostküsten-Provinz Shandong. Beide Fahrzeugwerke sollen zusammen zwei Milliarden Euro kosten. Volkswagen stemmt die Investition gemeinsam mit seinem chinesischen Partner FAW.


Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Wochenende bei ihrem China-Besuch ein VW-Werk im westchinesischen Chengdu besichtigt. Sie war bereits das siebte Mal in China unterwegs. Vertragsabschlüsse in Milliardenhöhe begleiteten ihre Reise. Wie VW-Kreise berichteten, sollen die zwei geplanten Fahrzeugfabriken in gut drei Jahren zum Jahreswechsel 2017/2018 die Arbeit aufnehmen.

17 von 106 VW-Werken bereits in China

Volkswagen zählt aktuell weltweit 106 Werke. In China sind es bisher 17 Stück. In 8 Fabriken rollen dort fertige Autos von den Fließbändern. Der Rest stellt Bauteile her. China ist für den Konzern bereits heute der wichtigste Absatzmarkt. Er macht rund jedes dritte verkaufte Fahrzeug aus. Auch auf Produktionsseite liegt Volkswagen bei diesem Verhältnis: Von den 9,728 Millionen Wagen, die der Konzern vergangenes Jahr produzierte, entfielen 32 Prozent auf China.

Die milliardenschweren Neubaupläne der Wolfsburger waren in groben Zügen schon länger bekannt. VW-China-Vorstand Jochem Heizmann hatte zur Bilanzvorlage im Frühling angekündigt, in China das Angebot lokal produzierter Modelle bis Ende 2015 um 50 Prozent steigern zu wollen.

Mit Tianjin und Qingdao setzt Volkswagen auf entwickelte Küstenstädte. Die 14-Millionen-Stadt Tianjian grenzt an die Hauptstadt Peking. Sie ist eine der wichtigsten Hafenstädte Chinas und soll langfristig nach den Plänen der Regierung in eine große Metropolregion mit Peking aufgehen. Die Hafenstadt Qingdao liegt zwischen Peking und Shanghai und hat etwa acht Millionen Einwohner. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts war sie eine Kolonie des Deutschen Reichs. Chinas bekannteste Biermarke "Tsingtao" hat hier ihren Sitz und beruft sich bis heute auf die deutsche Brautradition.

Volkswagen ist seit 30 Jahren in China

VW teilte mit, dass bei der Standortentscheidung der Ausbildungsstand der Bevölkerung und die Infrastruktur den Ausschlag gegeben hätten. Volkswagen ist seit 30 Jahren in China unterwegs und damit einer der deutschen Wirtschaftspioniere in dem Land. Die VW-Limousine Santana prägt beispielsweise als Taxi bis heute das Stadtbild in Shanghai.

Mit seinen China-Partnern FAW-Volkswagen und Shanghai-Volkswagen hat der Konzern in den ersten fünf Monaten dieses Jahres 1,51 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert - 18 Prozent Plus zum Vergleichszeitraum 2013. (dpa)

 
 

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