Verdi will bei Vonovia streiken

Bei Deutschlands größtem Immobilienunternehmen Vonovia zeichnet sich ein Arbeitskampf ab.

Bochum/Duisburg. Bei Deutschlands größtem Immobilienunternehmen Vonovia zeichnet sich ein Arbeitskampf ab. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi habe sich eine Mehrheit der 650 Beschäftigten im Duisburger Servicecenter für Streik ausgesprochen. Mit dem Ausstand wolle man Tarifverhandlungen erzwingen, sagte Verdi-Fachbereichsleiterin Andrea Becker dieser Zeitung.

Im Sommer hatte Vonovia alle 650 Mitarbeiter aus den bisherigen Servicecentern in Bochum und Essen im Silberpalais am Duisburger Hauptbahnhof zusammengezogen. Eine weitere Anlaufstelle, an die die 340 000 Mieter Probleme melden können, gibt es in Dresden.

Verdi wirft der Vonovia-Tochterfirma Property Management GmbH vor, nur 20 Prozent der Servicecenter-Mitarbeiter nach dem Tarif für die Immobilienwirtschaft zu bezahlen. „Es gibt Unterschiede bei der Arbeitszeit und bis zu 500 Euro Gehaltsdifferenz. Das führt zu einem Ungerechtigkeitsgefühl“, erklärte Becker.

Tarifverhandlungen habe der Dax-Konzern bislang abgelehnt. Deshalb, so kündigte Verdi an, wolle man noch in diesem Jahr zu ei­nem Streik aufrufen.

Gegenüber dieser Zeitung bestätigte Vonovia, dass die Servicecenter-Mitarbeiter nicht nach dem Tarifvertrag der Immobilienwirtschaft bezahlt werden. „Im Gegensatz zu anderen Konzernen haben wir die Servicecenter nicht an Dritte ausgelagert und zahlen gute Gehälter – in der Einstiegsstufe zwischen 2000 und 2400 Euro“, sagte Vonovia-Sprecherin Nina Henckel. Zudem erhielten die Beschäftigten eine jährliche Erfolgsprämie. Bei externen Callcentern, die für andere Immobilienkonzerne arbeiten, liege das Gehalt teilweise bei nur 1500 bis 1600 Euro.

Orientierung an Callcenter-Branche

Dass die Vonovia Property GmbH nicht zum Tarifvertrag der Immobilienwirtschaft gehört, begründete Henckel mit den Tätigkeiten im Servicecenter. „Die Mitarbeiter nehmen unter anderem Reparaturaufträge und Reservierungswünsche entgegen, die dann in unseren Fachabteilungen bearbeitet werden“, sagte die Sprecherin. Bei der Bezahlung orientiere man sich deshalb an den Tarifen der Callcenter-Branche.

Dem drohenden Streik in Duisburg sieht das Unternehmen gelassen entgegen. Henckel: „Ob es wirklich zu einem Streik kommt, bleibt abzuwarten.“

 
 

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