Verdi ruft Post-Beschäftigte erneut zu Warnstreik auf

Mitarbeiter der Post sind in den Streik getreten.
Mitarbeiter der Post sind in den Streik getreten.
Foto: dpa
Briefe und Pakete werden vielerorts erst später ausgetragen. Grund sind erneute Warnstreiks bei der Post. Betroffen sind auch Sendungen ins Ausland.

Frankfurt/Main.. Im festgefahrenen Tarifkonflikt bei der Deutschen Post hat die Gewerkschaft Verdi kurzfristig zu neuen Warnstreiks aufgerufen. Die Arbeitsniederlegungen ab dem späten Mittwochabend sollen unter anderem die Internationale Post am Flughafen Frankfurt/Main treffen, eine Spezialniederlassung der Deutschen Post. In anderen Regionen wurden die Warnstreiks fortgesetzt oder auch überraschend ausgeweitet - darunter in Baden-Württemberg, Brandenburg, Hessen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und im Saarland.

Durch den Ausstand in Frankfurt werde sich die Abwicklung von rund einer Million Briefsendungen und etwa 9000 Paketsendungen aus dem gesamten Bundesgebiet ins Ausland verzögern, hieß es in der Mitteilung. Der Warnstreik sei eine Reaktion darauf, dass in der dritten Verhandlungsrunde am 27. und 28. April in Siegburg kein Durchbruch erzielt wurde. Für den 8. und 9. Mai haben sich beide Seiten in Berlin zu weiteren Verhandlungen verabredet.

Verzögerungen bei der Brief- und Paketzustellung dauern voraussichtlich bis nächste Woche

Postsendungen können durch die Fortsetzung der Warnstreiks erst später ihre Empfänger erreichen. "Durch den Arbeitskampf kann es zu Beeinträchtigungen in der Brief- und Paketzustellung kommen, die voraussichtlich bis kommende Woche andauern werden", sagte ein Verdi-Sprecher anlässlich der Warnstreiks im Norden.

Hintergrund des Tarifstreits ist der Aufbau eines flächendeckenden Netzes in der Paketzustellung. Dazu wurden 49 regionale Gesellschaften unter dem Dach der Posttochter DHL Delivery gegründet. Dort werden die Beschäftigten schlechter bezahlt als in der Muttergesellschaft. Die Post spricht von der Schaffung vieler neuer Arbeitsplätze. Die Gewerkschaft sieht dagegen in dem Vorgehen des Konzerns eine Flucht aus dem Haustarifvertrag und einen Bruch tarifvertraglicher Vereinbarungen über das Verbot der Fremdvergabe im Bereich der Paketzustellung. (dpa)

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