Viele Gourmet-Öle schneiden im Test mangelhaft ab

Nur wenige Öle konnten im Test überzeugen.
Nur wenige Öle konnten im Test überzeugen.
Foto: dpa
Viele Kunden versprechen sich Abwechslung auf dem Teller durch Gourmet-Öle, doch nur wenige sind laut Stiftung Warentest zu empfehlen.

Berlin. Sesamöl für asiatische Gerichte, Leinöl für die Gesundheit, Walnussöl für die feine Nachspeise oder Arganöl als I-Tüpfelchen beim orientalischen Kochen – teure Speiseöle haben in den Küchen Einzug gehalten. Doch der hohe Preis ist meist nicht gerechtfertigt. So kostet Vitaquell Arganöl auf den Liter gerechnet 95 Euro. Doch beim Vergleichstest der Stiftung Warentest landet das Produkt mit einer mangelhaften Bewertung auf dem letzten Platz in dieser Sparte.

25 Marken haben die Tester auf Geschmack und Zusammensetzung hin geprüft. Das Ergebnis ist vernichtend. „Noch bei keinem Test haben wir so viele verschiedene Schadstoffe wie diesmal gefunden“, sagt Projektleiterin Birgit Rehlender. Mehr als die Hälfte der Öle war so sehr belastet, dass es höchstens für ein „ausreichend“ reichte, elf davon wurden mangelhaft bewertet. Gut schnitten nur sieben Produkte ab, allesamt mit dem EU-Biosiegel ausgezeichnet. Unter den schlechten fanden sich aber auch Biowaren.

Walnussöl erhielt schlechteste Note

Beim Geschmack und der Genießbarkeit kamen die meisten Öle in den Augen der Tester noch gut davon. Doch bei den Schadstoffen trennt sich die Spreu vom Weizen. So fanden sich in den Bio-Leinölen Kunella und Neuco Linosan so genannte polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die als krebserregend, erbgutverändernd und fortpflanzungsgefährdend gelten. Die Mengen überschritten die Höchstgehalte. „Damit hätten die Öle gar nicht verkauft werden dürfen“, erläutert Rehlender.

Auch Weichmacher, die die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und Kinder im Mutterleib schädigen können, wurden nachgewiesen. Dafür erhielt das Walnussöl La Tourangelle die schlechteste Note erhielt. Bei Mazola Sesamöl wiederum verderben Rehlender zufolge Lösemittel den Appetit. „Die gefundenen Stoffe werden in Farben, Lacken oder als Antiklopfmittel in Benzin eingesetzt“, berichtet die Expertin. Verboten ist diese unerwünschte Zutat in Deutschland allerdings nicht.

Stiftung rät vom Verzehr belasteter Marken ab

Das gesamte Ergebnis wird nun in der Zeitschrift Test veröffentlicht. Von einem Verzehr der besonders belasteten Marken rät die Stiftung ab. Eine akute Gesundheitsgefährdung gehe von den Ölen jedoch nicht aus, versichert Test-Redakteurin Isabella Eigner. Auf Gourmetöle solle niemand verzichten, betont Rehlender. Es gebe durchaus gute Produkte, die einen wertvollen Beitrag zur Ernährung leisten können.

Auch 25 Spaghetti hat die Stiftung Warentest verkostet und auf Schadstoffe überprüft. Einige bekannte italienische Markenhersteller enttäuschen. Nur einer schafft es auf die vorderen Plätze. 49 Cent pro 500 Gramm kostet der Testsieger (K-Classic von Kaufland), der in allen Prüfpunkten mit „gut“ und „sehr gut“ abschneidet.

Viele Spaghetti schnitten ebenfalls schlecht ab

Auch die meisten Spaghetti sind nicht frei von Schadstoffen. In fast allen Produkten entdeckte die Stiftung Warentest das Schimmelpilzgift Deoxynivalenol. Bei den getesteten Vollkornspaghetti machte ein Bioprodukt der Marke Dennree mit dem Testurteil „gut“ das Rennen.

Unter den bekannten Markenherstellern schafft es nur Barilla weit nach vorn. Schlusslicht des Tests sind die Spaghetti von Strauss Innovation. Sie erhalten die Note „ausreichend“, unter anderem weil sie auch nach längerem Kochen noch hart blieben.

 
 

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