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Test: Wer kocht besser als der Thermomix?

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Foto: Dirk Schuster / Funke Foto Services
Neben den Imitaten der Discounter gibt es mittlerweile Thermomix-Konkurrenten. Wir haben drei gegen das Original ankochen lassen.

Berlin. 

Der Thermomix ist eine Erfolgsgeschichte, seit über 50 Jahren. Allein von der aktuellen Version der Küchenmaschine, der TM 5, hat der Hersteller Vorwerk seit Einführung im vergangenen Jahr mehr als eine Million Stück in Deutschland verkauft – und das bei einem Preis von über 1000 Euro. Da wundert es kaum, dass die Thermomix-Kopien, die Aldi und Lidl jüngst für knapp 200 Euro verkauften, in kürzester Zeit vergriffen waren. Mancherorts prügelten sich Kunden sogar um die wenigen Geräte. Doch auch neben den Imitaten der Discounter gibt es mittlerweile Thermomix-Konkurrenten. Wir haben drei gegen das Original ankochen lassen.

Severin James

Das Gerät von Severin ist sehr kompakt, passt auch in enge Küchennischen. Oberflächen und Bedienteile fühlten sich im Vergleich zur Konkurrenz billiger an. Das beigelegte Kochbuch ist jugendlich-bunt, die Hauptgerichte der enthaltenen zehn Menüs werden auch per Youtube-Video erklärt. Insgesamt ist das Rezeptangebot aber übersichtlich.

Die Bedienelemente sind einfach: Temperatur und Rühr- beziehungsweise Mixgeschwindigkeit lassen sich in je vier Stufen einstellen. Die maximal programmierbare Kochdauer beträgt 60 Minuten. Auch das Fassungsvermögen von 1,5 Liter ist geringer als bei der Konkurrenz, die 2,2 Liter und mehr bieten. Ein Bedienwunder ist der James nicht, für den preisbewussten Haushalt geht die gebotene Leistung aber in Ordnung.

Kenwood Cooking Chef

Schon beim Auspacken wird klar: Das ist ein Gerät für ambitionierte Köche. Das Gerät ist größer und schwerer, es wird viel mehr Zubehör geliefert. Aber der Cooking Chef braucht etwas Einarbeitungszeit. Der erste Versuch, eines der einfachen Gerichte aus dem bei­gelegten Einsteigerrezeptbüchlein nachzukochen, scheiterte zunächst an der spärlichen Erklärung der Bedienelemente. Erst nach einigem Herumprobieren gelang es, die Maschine zu starten.

Das ebenfalls beigelegte Kochbuch von Johann Lafer bietet raffinierte Menüvorschläge, Basics wie das Kochen von Kartoffeln und Reis sind aber unzureichend beschrieben. Der Cooking Chef richtet sich an versierte Köche: Die werden an den vielen Möglichkeiten sowie dem optionalen Zubehör wie Fleischwolf, Beerenpresse oder Nudelmaschine große Freude haben. Einfach zu handhaben ist das nicht immer, günstig auch nicht: Wer noch etwas Zubehör kauft, landet schnell bei einem Preis jenseits der 1000-Euro-Marke.

Krups Prep & Cook

Die Kochmaschine von Krups gefällt schon beim Auspacken durch ihr schickes Design und die wertige Ausführung. Kochbuch und Bedienkonzept kommen in diesem Vergleich in Sachen Benutzerfreundlichkeit dem Thermomix am nächsten. Beim Kochen kann man Rührgeschwindigkeit, Temperatur und Dauer manuell wählen, oder auf eines der elf Programme (Soßen, Suppe, Garen, Teig etc.) zurückgreifen.

Das beigelegte Kochbuch erklärt die Funktionen und Rezepte übersichtlich, darüber hinaus sind auch einige Basissoßen und -teige für das Gerät erklärt. Eine Maschine, die an den Komfort des großen Vorbilds zwar nicht herankommt, aber durchaus als günstigere Alternative denkbar ist.

Vorwerk Thermomix TM 5

Ewige Gewinner sind irgendwie auch langweilig – allein deshalb hätte man einem der Herausforderer den Triumph über Vorwerks Kultgerät gegönnt. Aber dazu reicht es nicht. Die aktuelle Version TM 5, seit September 2014 auf dem Markt, macht Kochen kinderleicht. Wer sich nicht auskennt, wählt über den Touchscreen ein Rezept aus und wird anschließend Schritt für Schritt durch die Zubereitung begleitet. Sobald eine Zutat hinzugefügt werden muss, macht das Gerät per Fanfare auf sich aufmerksam. Im beiliegenden Kochbuch beziehungsweise -chip sind vor allem alltagstaugliche Rezepte enthalten.

Wer es exotischer möchte, kann gut ein halbes Dutzend weitere Kochbücher samt Chip dazukaufen, die riesige Internet-Community teilt außerdem etliche eigene Thermomix-Rezepte. Das Bedienkonzept mit Drehrad und Touchscreen ist sehr übersichtlich: einfach Temperatur, Rühr- oder Mixgeschwindigkeit und Kochdauer einstellen. Zudem fungiert der Topf gleichzeitig als Waage, was das separate Abmessen der Zutaten überflüssig macht. Zu guter Letzt war auch die Reinigung des TM 5 im Vergleich zur Konkurrenz unkompliziert.