NRW-Betriebe rufen Rindfleisch wegen Milzbrand-Gefahr zurück

Gerrit Dorn und Frank Meßing
Rindfleisch aus einer Schlachterei in Polen könnte mit Milzbrand-Erregern verseucht sein. Deshalb haben NRW-Betriebe es zurückgerufen.
Rindfleisch aus einer Schlachterei in Polen könnte mit Milzbrand-Erregern verseucht sein. Deshalb haben NRW-Betriebe es zurückgerufen.
Foto: dpa
Mehrere fleischverarbeitende Betriebe in NRW haben Rindfleisch zurückgerufen, weil es unter Umständen mit Milzbrand-Erregern verseucht ist. Das Fleisch kam bereits Ende September in den Handel und ist wahrscheinlich längst verkauft - und auch verzehrt worden.

Essen. Milzbrand-Gefahr in NRW: Mehrere Betriebe haben Rindfleisch zurückgerufen, weil es mit Milzbrand-Bakterien verunreinigt sein könnte. Das Fleisch ist wohl in den Verkauf gelangt.

Betroffen ist nach Angaben des NRW-Verbraucherschutzministeriums eine Fleischlieferung, die über die Niederlande nach Deutschland gekommen ist. Zwei in Polen geschlachtete Tiere stammen demnach von einem Betrieb in der Slowakei, auf dem Ende September ein Tier an Milzbrand erkrankt sei. Bei den beiden Tieren hätten zum Zeitpunkt der Schlachtung keine Anzeichen für eine Erkrankung vorgelegen. Eine Infektion sei somit unwahrscheinlich, könne aber nicht definitiv ausgeschlossen werden.

Das Fleisch sei zur Zerlegung in die Niederlande transportiert worden, bevor es zum Verkauf nach Deutschland gebracht worden sei.

Betroffenes Frischfleisch wurde wohl über die Ladentheken verkauft

Es handelt sich zumindest teilweise um Frischfleisch, das zwischen Ende September und Anfang Oktober über Fleischtheken verkauft worden sei. Noch im Handel befindliches Fleisch sei gesperrt und zurückgerufen worden, teilt das Ministerium mit. Kunden in betroffenen Geschäften würden seit Samstag durch Aushänge informiert.

Das möglicherweise verseuchte Fleisch ist wohl in den Verkauf gelangt – auch über den Duisburger Großhändler Dusp, der auch die Mülheimer Fleischerei Werner Pieper belieferte.

Nach eigenen Angaben hat der Mülheimer Metzger Werner Pieper insgesamt 28 Kilogramm von dem betroffenen Rindfleisch erhalten, das er am 26. und 30. September zu Wurst weiterverarbeitet habe. „Die Erhitzung wirkt keimtötend“, versichert er. Das Fleisch habe er vom Duisburger Großhändler Dusp erhalten

Über die genauen Betriebe, Produkte und den genauen Verkaufszeitraum können Verbraucher sich auf www.lebensmittelwarnung.de informieren. Demnach erhielt auch ein Rewe-Markt in Gelsenkirchen eine Lieferung.

Milzbrand (Anthrax) ist eine Krankheit, die von Tieren auf Menschen übertragen wird und im schlimmsten Fall tödlich enden kann.