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Benutzer-Konten lassen sich nur schwer löschen

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Foto: WAZ
Wer einmal ein Benutzer-Konto im Internet hat, dem wird es schwer gemacht, es wieder abzumelden. Das hat eine Untersuchung der Verbraucherzentrale ergeben. Bundesverbraucherministerin Aigner fordert daher mehr Nutzerfreundlichkeit bei Internetdiensten.

Berlin. 

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hat mehr Nutzerfreundlichkeit und Datenschutz bei Internetdiensten angemahnt. Die Unternehmen hätten Nachholbedarf unter anderem bei der Möglichkeit für Kunden, ihr Nutzerkonto wieder einfach und vollständig zu löschen, sagte ihr Sprecher am Mittwoch gegenüber DerWesten. Die Regierung werde sich auf EU-Ebene dafür einsetzen, dass verbraucherfreundlichere Regelungen Eingang in EU-Recht fänden.

Verbraucherschützer hatten zuvor eine von Aigner geförderte Untersuchung vorlegt, die Schwierigkeiten beim Löschen von Nutzerkonten belegt hatte: Jeder zweite Internet-Nutzer, der sich von seinem Account bei einer Plattform oder einem Sozialen Online-Netzwerk verabschieden wollte, findet die Löschmöglichkeiten erst nach längerem Suchen, ergab die Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbandes. Nur jeder Dritte fand den Löschvorgang einfach. 4 von 19 untersuchten Plattformen boten gar keine Möglichkeit, das Konto zu löschen.

Verbandschef Gerd Billen sagte: „Das Internet darf nicht zur Datenfalle werden.“ Die Verbraucher könnten an dieser Stelle selbst relativ wenig tun: „Wenn man sich anmeldet, weiß man ja nicht, wie schwer das Rausgehen wird“. Billen verlangte deshalb eine rasche Gesetzesregelung und kritisierte die Absicht der Regierung, auf eine Datenschutz-Richtlinie der EU zu warten.

Zuständig für eine Änderung des Telemediengesetzes wäre Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). Das Verbraucherschutzministerium erklärte, es führe Gespräche mit Röslers Ressort. „Das Problem überschreitet aber die nationalen Grenzen, da die sozialen Netzwerke europäisch und weltweit tätig sind“, sagte Aigners Sprecher. Das Wirtschaftsministerium lehnte eine Stellungnahme ab.

Verbraucherschützer Billen kritisierte auch die Rolle von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) beim Datenschutz. Den Minister interessiere der Datenschutz für Verbraucher nicht, das Thema sei bei ihm nicht gut aufgehoben.