Unterstützung für südwestfälische Milchbauern in Aussicht

Hagen/Olpe.  Die Milchbauern im Sauerland und in Siegen-Wittgenstein haben berechtigte Aussichten, auch nach dem Auslaufen der Milchquote 2015 nicht dem rauen Wind des Weltmarktes ausgesetzt zu sein. Ein bereits vom Europäischen Parlament abgesegnetes alternatives System der Preisstabilisierung soll den Erzeugerpreis bei 22 oder 23 Cent je Liter halten, sagte der Europaabgeordnete Peter Liese in Olpe-Oberveischede, wo er die Auswirkungen der jüngsten EU-Agrarbeschlüsse auf Südwestfalen erläuterte. Gegen eine Aufwandsentschädigung sollen die Milchviehhalter in der Region seinen Worten zufolge freiwillig auf Produktion verzichten.

„Das ist weit weniger, als sich das viele Bauern vorgestellt haben und der Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) gefordert hat“, räumte der Europaabgeordnete ein. Aber der Schritt sei nötig, um die Milchproduktion in benachteiligten Mittelgebirgsregionen wie dem Sauerland oder dem Siegerland zu sichern: „In einem völlig freien Markt würde die Produktion ganz in den Norden Deutschlands wandern.“ Durch zusätzliche Hilfen könnte die Milchwirtschaft „auf Dauer auch in Mittelgebirgsregionen attraktiv bleiben“, so Liese. Der Parlamentsbeschluss, der vom BDM, nicht aber vom Bauernverband mitgetragen werde, müsse aber noch mit dem Europäischen Rat verhandelt werden.

„Ich habe den Antrag unterstützt, weil ich ihn als fairen Kompromiss zwischen kleinen und großen Betrieben ansehe“, begründete der Europaabgeordnete aus Bestwig seinen Schritt. „Ich hoffe, dass es uns durch den Kompromiss auch gelingen wird, Frieden in die Dörfer in Südwestfalen zu bringen.“ Damit spielte er darauf an, dass Mitglieder des Bauernverbandes und des BDM in der Vergangenheit stets sehr pointiert gegensätzliche Positionen vertreten hatten.

 
 

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