Umsatz-Rekord fällt dem Schnee zum Opfer

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Hagen.. Das angepeilte Rekord-Umsatzplus von 2,5 Prozent im diesjährigen Weihnachtsgeschäft ist in Südwestfalen offenbar im Schnee steckengeblieben. Das berichtet der regionale Einzelhandelsverband, ohne schon konkrete Zahlen nennen zu können.

„Dabei gab der Beginn des Weihnachtsgeschäftes in der Region Anlass zu den schönsten Hoffnungen“, sagte die Sprecherin des Einzelhandelsverbandes Südwestfalen, Karina Brühmann. „Die Kunden hatten Geld in der Tasche und wollten es auch ausgeben.“

Bis zum zweiten Adventssonntag liefen die Geschäfte ihren Angaben zufolge bestens, mit einem „dicken Plus“ im Vergleich zum Vorjahr. Doch dann wirkten sich Schnee und Eis und die Glätte auf den Straßen aus. „Die Leute hörten und lasen die Warnungen in Fernsehen, Radio, Zeitung und Internet und blieben zu Hause“, so Brühmann. „Das war nicht der Schub, den wir uns gewünscht hätten.“

Nach ihren Worten wird wohl ein Umsatzplus sowohl im Weihnachtsgeschäft als auch aufs Gesamtjahr gesehen in den Kassen der südwestfälischen Einzelhändler hängen bleiben. „Aber nur ein kleines, um ein Prozent.“ Auch die Tage nach Weihnachten mit aus Händlersicht besserem Wetter werden sich nach Brühmanns Worten trotz der vielen Gutschein-Geschenke, die jetzt eingelöst werden, nicht mehr groß aufs Gesamtergebnis auswirken.

Das Problem waren nicht die Samstage - „da war es in den Städten immer voll“ - sondern die wegen des Wetters „viel zu ruhigen“ Wochentage. Viele Händler hätten berichtet, am Mittwoch und Donnerstag vor dem vierten Advent bis zum Mittag nur zwei bis drei Kunden gezählt zu haben. Unter dem Strich profitierten davon offenbar eher die kleineren Städte in Südwestfalen - bei dichtem Schneetreiben sei niemand gern aus dem Sauerland in die Mittelzentren Hagen oder Siegen gefahren.

Auch der Handelsverband Deutschland (HDE) will sich bei den Bundes-Zahlen noch nicht festlegen, ob das Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr rekordverdächtig war oder nur etwas über dem Niveau der letzten drei Jahre lag. Die Zwischenbilanz, die etwa in der wichtigen Elektronikbranche „deutlich bessere Einnahmen als im Krisenjahr 2009“ verzeichnete, wurde noch vor den massiven Problemen mit Schnee und Eis und verstopften Straßen erstellt.

Die Erwartungen waren, bedingt durch die steigende Konsumlaune der Verbraucher, reichlich hoch gesteckt. Der Handel erwartete für das Weihnachtsgeschäft einen Umsatz von bis zu 77 Milliarden Euro - das entspräche einem Plus von 2,5 Prozent. Diese Zahl dürfte nun nicht mehr zu halten sein.

Zwischen den Jahren

Letzte Hoffnung sind nun die Tage bis Silvester - die nach HDE-Angaben „intensivste Einkaufszeit“. Zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel werden üblicherweise Geldgeschenke umgesetzt und Gutscheine eingelöst. Viele Paare, das Weihnachtsgeld im Rücken, nutzen die Zeit ohne berufliche Verpflichtungen gern für größere Anschaffungen in Muße. Das könnte die Jahresbilanz beim Umsatz dann doch noch auf das vom HDE erwartete Plus von 1,5 bis 2 Prozent treiben. 2009 hatte der Handel noch 2 Prozent Umsatz eingebüßt.

Zuletzt am meisten gefragt war Computerspielzeug, Handys, Digitalkameras, Fernseher sowie Notebooks. Und natürlich alles, was warm hält.

 
 

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