Facebook meldet starke Zahlen – und fürchtet EU-Datenschutz

Zuckerberg begrüßt Regulierung seiner Branche

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat bei seiner Anhörung durch den US-Kongress eine stärkere gesetzliche Regulierung seiner Branche grundsätzlich unterstützt. Angesichts der globalen Bedeutung des...

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat bei seiner Anhörung durch den US-Kongress eine stärkere gesetzliche Regulierung seiner Branche grundsätzlich unterstützt. Angesichts der globalen Bedeutung des...

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Der Datenskandal hat keine Auswirkungen auf die Quartalszahlen von Facebook. Doch das Unternehmen fürchtet den neuen EU-Datenschutz.

Menlo Park.  Facebook hat in seinen ersten Quartalsergebnissen seit dem Ausbruch des aktuellen Datenskandals erneut kräftige Zuwächse bei Umsatz und Gewinn präsentiert. Auch die Zahl monatlich aktiver Nutzer kletterte von 2,13 auf 2,2 Milliarden.

Der Umsatz stieg im ersten Quartal im Jahresvergleich um 49 Prozent auf 11,97 Milliarden Dollar. Der Gewinn sprang um 64 Prozent auf 4,99 Milliarden Dollar. Die Zahlen übertrafen die Erwartungen der Analysten – die Aktie legte nachbörslich um fast vier Prozent zu.

Auswirkungen könnten sich im zweiten Quartal bemerkbar machen

Ein starker Effekt des Datenskandals war ohnehin nicht zu erwarten – allein schon weil die Kontroverse um die Weitergabe von Nutzerdaten an die Firma Cambridge Analytica erst wenige Tage vor dem Ende des Quartals im März entbrannt war. Wenn es Auswirkungen gibt, würden sie erst im laufenden Vierteljahr richtig zur Geltung kommen.

Zum anderen hatte Facebook wiederholt betont, man habe auch nach Aufrufen zum Verlassen der Plattform keinen bedeutenden Rückgang der Aktivität festgestellt. Das belegt auch die durchschnittliche Zahl täglich aktiver Nutzer im März: Sie lag bei 1,45 Milliarden nach 1,4 Milliarden im Dezember 2017.

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In Europa stieg die Zahl täglich aktiver Nutzer von 277 auf 282 Millionen und bei den mindestens einmal im Monat aktiven Mitgliedern gab es einen Zuwachs von 370 auf 377 Millionen. Dieses kontinuierliche Wachstum werde im laufenden Quartal durch die Einführung der Datenschutz-Verordnung zunächst einmal abgewürgt, sagte Finanzchef David Wehner.

Facebook befürchtet Einbruch von Werbeeinnahmen

Er skizzierte auch, wie die neuen EU-Regeln auf Facebooks Werbegeschäft durchschlagen könnten. Abhängig davon, wie rigoros die Mitglieder die neuen Datenschutz-Instrumente nutzen, könne das die personalisierte Anzeige von Werbung beeinträchtigen. Und wenn die Investitionen von Facebooks Werbekunden dadurch weniger effizient werden, verhielten sie sich anders in den Auktionen um Anzeigenplätze.

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Die für das operative Geschäft zuständige Top-Managerin Sheryl Sandberg gab sich zugleich gelassen: Die Anzeigenkunden suchten nach der besten Rendite für ihre Werbeausgaben – und hier sei Facebook besser als andere aufgestellt.

Bezahlversion – Bei Facebook denkt man weiter darüber nach

Sandberg bestätigte zugleich erstmals, dass Facebook über eine Bezahlversion nachgedacht habe – „und wir werden nicht damit aufhören, alles in Erwägung zu ziehen“. Zugleich betonte sie aber auch: „Anzeigen passen auf natürliche Weise zu unserem Geschäft“ und Facebook sehe da noch großes Potenzial. Facebook machte im vergangenen Quartal pro Nutzer einen Umsatz von 5,45 Dollar mit Werbung. In den USA und Kanada waren es sogar 23,14 Dollar pro Mitglied, in Europa 8,01 Dollar.

Die Geldreserven von Facebook stiegen auf 44 Milliarden Dollar an. Das Online-Netzwerk machte zugleich deutlich, dass die verstärkten Maßnahmen gegen Probleme wie Hassrede und gefälschte Nachrichten mehr kosteten als geplant. Die Ausgaben würden deswegen im laufenden Jahr um 50 bis 60 Prozent steigen statt der in Aussicht gestellten 45 Prozent, sagte Wehner.

Probleme beim Erkennen von Hate Speech und Fake News

Gründer und Chef Mark Zuckerberg verwies darauf, dass Facebook lernende Maschinen stärker einsetzen werde, um die Plattform sauber zu halten. Dafür müsse die Software aber in vielen Fällen erst den Kontext verstehen könne, was zum Teil noch Jahre dauern könne. „Es ist viel einfacher, ein System auf Basis künstlicher Intelligenz zu entwickeln, das eine Brustwarze erkennt, als sprachwissenschaftlich zu entscheiden, was eine Hassbotschaft ist “, sagte Zuckerberg. Er spielte damit auf den häufigen Vorwurf an, Facebook sei schnell beim Entfernen nackter Körper, während extremistische Äußerungen auf der Plattform blieben. (dpa)


 
 

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