Todesstoß fürs Vorzeigeprojekt – Von Sven Frohwein

Der E-Postbrief sollte Briefe aus Papier ersetzen, indem er verschlüsselt über das Internet versandt wird.
Der E-Postbrief sollte Briefe aus Papier ersetzen, indem er verschlüsselt über das Internet versandt wird.

Essen.. Millionen hat die Deutsche Post in ihre Werbung für den E-Postbrief gesteckt, hat Fußball-Nationalspielerinnen auflaufen lassen, um für die sichere Alternative zur E-Mail zu trommeln. Das Un­ternehmen setzte alles daran, der Konkurrenz von Telekom, GMX und Web.de zuvorzukommen, scherte dafür sogar aus dem Konsortium aus, das die E-Postbrief-Alternative DE-Mail voranbringen sollte.

Und jetzt kommt ein Landgericht daher und erklärt die Werbung der Post für irreführend. Auch wenn das Urteil noch nicht rechtskräftig ist und die Post in Berufung gehen wird: Der Gesichtsverlust ist bereits jetzt enorm.

Doch es könnte noch dicker kommen, wenn jetzt eine monatelange Hängepartie folgt. Wenn sich Verbraucherschützer und Unternehmen auf ein juristisches Tauziehen einlassen. Das würde dem Vorzeigeprojekt vermutlich den Todesstoß versetzen. Denn noch immer fehlt der elektronischen Alternative zum guten alten Brief die Akzeptanz. Wirkliche Vorteile bergen E-Postbrief und DE-Mail nur für Firmen. Die können ihre Kosten massiv senken. Und der Verbraucher? Spart nur ein paar Cent beim Porto.

 
 

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