Amazon-Techniker macht Tippfehler und richtet millionenschweren Schaden an

Durch einen Tippfehler hat ein Amazon-Techniker eine sehr teure Kettenreaktion ausgelöst.
Durch einen Tippfehler hat ein Amazon-Techniker eine sehr teure Kettenreaktion ausgelöst.
Foto: Reed Saxon / dpa
  • Ein Tippfehler eines Technikers von Amazon setzte eine Kettenreaktion in Gang
  • Davon waren auch andere Dienste betroffen
  • Portal schätzt Schaden auf 150 Millionen Euro

Seattle.  Die Störung in Amazons Web-Service, die am Dienstag stundenlang diverse Websites beeinträchtigt hat, ist durch einen Tippfehler ausgelöst worden. Ein Mitarbeiter habe bei Wartungsarbeiten etwas Speicherkapazität abschalten wollen, erklärte der Online-Händler und Cloud-Anbieter am späten Donnerstag. Durch einen fehlerhaft eingegebenen Befehl seien jedoch auf einen Schlag zu viele Server des Amazon-Speicherdienstes S3 vom Netz gegangen.

Das habe eine Kettenreaktion in anderen Systemen ausgelöst, die dadurch einen Neustart benötigten. Eines der Untersysteme verwaltete die Informationen zum Speicherort aller Dateien in der Region, was auch das Ausmaß der Probleme erklärt.

Schaden von 150 Millionen Euro

Die Störungen dauerten rund vier Stunden. Probleme hatten unter anderem die Foto-App Snapchat, die Reise-Website Expedia, Medien-Websites wie „Buzzfeed“ oder „Medium“. Das Portal „The Register“ berichtet, dass der dadurch entstandene Schaden sich auf 150 Millionen US-Dollar beziffere.

Nutzer berichteten auch, dass Amazons sprechende Assistenz-Software Alexa in Mitleidenschaft gezogen worden sei. Auch die Amazon-Seite, auf der Störungen angezeigt werden, funktionierte nicht mehr.

Amazon nimmt Gegenmaßnahmen vor

Amazon ergriff Konsequenzen. Durch eine Änderung kann nun nicht mehr so viel Speicherkapazität auf einmal vom Netz genommen werden, dass die Systeme unter ein bestimmtes Funktionsniveau rutschen. Außerdem soll dafür gesorgt werden, dass die Störungsanzeige stets korrekte Informationen anzeigt.

Viele Start-ups und auch etablierte Unternehmen holen sich Rechenleistung bei Amazons Cloud-Sparte AWS mit dem Speicherdienst S3. Deswegen sind Ausfälle oft weit spürbar. Zuletzt hatte eine größere Störung 2015 unter anderem Netflix und den Wohnungsvermittler AirBnB ausgebremst. (bekö/dpa)

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