Essen

Thyssenkrupp: 3000 Jobs gestrichen – jetzt kommt es für Tausende Mitarbeiter wegen Corona-Krise noch schlimmer

Thyssenkrupp: 3000 Jobs gestrichen – jetzt kommt es für Tausende Mitarbeiter wegen Corona-Krise noch schlimmer. (Archivbild)
Thyssenkrupp: 3000 Jobs gestrichen – jetzt kommt es für Tausende Mitarbeiter wegen Corona-Krise noch schlimmer. (Archivbild)
Foto: Stefan Arend / FUNKE Foto Services

Essen. Die Corona-Krise hat ganz Deutschland im Griff. Neben den gesundheitlichen Gefährdungen, die das Virus mit sich bringt, hat es auch die Wirtschaft größtenteils lahmgelegt. Auch der Stahlkonzern Thyssenkrupp mit Hauptsitz in Essen ist betroffen. Nun hat sich der Konzern Maßnahmen überlegt, um die finanziellen Einbußen so gut es geht abschwächen zu können.

Bisher sind circa 30 Mitarbeiter von Thyssenkrupp in Deutschland an dem Coronavirus erkrankt. Das bestätigte ein Sprecher des Unternehmens aus Essen gegenüber DER WESTEN.

Corona-Krise bei Thyssenkrupp: Konzern aus Essen schickt Tausende Mitarbeiter in Kurzarbeit

„In Deutschland haben wir – Stand Mittwochmorgen – etwa 30 an Covid-19 erkrankte Beschäftigte. Ihnen geht es den Umständen entsprechend gut. Sie sind zu Hause mit meist leichten grippeähnlichen Symptomen. Thyssenkrupp trifft alle notwendigen Vorkehrungen, um den Kreis der Kontaktpersonen zu schützen. Wir halten Kontakt zu den Kranken wie auch zu den Gesundheitsbehörden“, heißt es.

Neben den erkrankten Mitarbeitern geht es bei Thyssenkrupp aber vor allem um die Existenz des gesamten Unternehmens. Und die ist durch das Coronavirus in Gefahr geraten. Dennoch gibt es Maßnahmen, die der Konzern getroffen hat.

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Abgesehen davon, dass der Konzern bereits angekündigt hat, 3000 Stellen in den nächsten Jahren streichen zu wollen, werden zahlreiche Angestellte auch in Kurzarbeit geschickt.

Die 3000 Stellen sollen allerdings ohne Kündigungen wegfallen, so habe man sich mit der IG Metall (IGM) geeinigt. Vom Stellenabbau sind 2000 Mitarbeiter in der Produktion und 1000 in der Verwaltung betroffen.

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Mit der IG Metall auf Sofortpaket „Corona-Krise“ verständigt

Zusätzlich dazu hat sich Thyssenkrupp mit der Gewerkschaft auf ein Sofortpaket „Corona-Krise“ geeinigt. Denn die verschlechterte Auftragslage und der drastische Rückgang der Kundenabrufe lasse dem Konzern keine andere Möglichkeit, als zahlreiche Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken.

„Das gilt vor allem im Stahl und bei Automotive, weil die Autohersteller ihre eigene Produktion ausgesetzt haben. Wie Kurzarbeit im Einzelnen ausgestaltet wird, kann in unterschiedlichen Unternehmen je nach Standort und Tarifvertrag unterschiedlich ausfallen. Für Steel Europe wurde heute Nacht ein Sofortpaket mit der IGM vereinbart. Das beinhaltet im Falle von Kurzarbeit eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes auf 80 Prozent des bisherigen Entgelts vorzunehmen.

Im Stahl haben sich Arbeitgeber und IG Metall außerdem darauf geeinigt, in diesem Jahr auf ein tarifliches Zusatzgeld in Höhe von 1000 Euro zu verzichten. Zum Ausgleich gibt es fünf freie Tage. In den einzelnen Gesellschaften wird jetzt geprüft, ob vorher Arbeitszeitkonten heruntergefahren und Urlaubstage abgebaut werden können“, heißt es weiter vom Konzern.

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Es kann um die blanke Existenz gehen

Wie viele Mitarbeiter genau von Kurzarbeit betroffen sind, bleibt vorerst unklar. Klar ist nur: Sollte die Corona-Krise nicht ein baldiges Ende finden, könnte es für Thyssenkrupp und viele andere Unternehmen um die blanke Existenz gehen. Und dann auch für die Tausenden Angestellten. (fb)

 
 

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