Thyssen-Krupp-Chef Hiesinger reagiert auf Papst-Kritik

Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger äußerte sich zur Papst-Kritik.
Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger äußerte sich zur Papst-Kritik.
Foto: Volker Hartmann
Im September hat Papst Franziskus Thyssen-Krupp für den geplanten Stellenabbau im italienischen Werk in Terni kritisiert. Nun reagiert Konzernchef Heinrich Hiesinger: Bei einem Gottesdienst in Duisburg beteuert er: „Wir handeln, um Arbeitsplätze zu retten.“

Duisburg. Nach Kritik von Papst Franziskus an Plänen für Stellenabbau im Edelstahlwerk von Thyssen-Krupp im italienischen Terni hat Konzernchef Heinrich Hiesinger nun reagiert. Franziskus habe zwar Recht, wenn er sage, wer Arbeitsplätze streiche, um mehr Geld zu verdienen, nehme den Menschen ihre Würde, so Hiesinger. „Nur: In Terni ist gerade dies nicht der Fall. Wir handeln, um Arbeitsplätze zu retten.“ Franziskus hatte sich bereits im September geäußert.

Hiesinger war am Sonntag Redner bei einem Gottesdienst in Duisburg. Er betonte, das christliche Menschenbild sei für ihn Kompass und weise ihm in schwierigen Situationen den Weg. Gottvertrauen bedeutet aber nicht, die Hände in den Schoß zu legen. „Im Gegenteil: Glauben heißt für mich Handeln.“

„So riskieren wir langfristig das Unternehmen als Ganzes“

Thyssen-Krupp könne langfristig keine Geschäfte betreiben, die nicht wettbewerbsfähig sind, sagte Hiesinger. „So riskieren wir langfristig das Unternehmen als Ganzes.“ Denn Geld, das benötigt werde, um ein verlustreiches Geschäft zu stützen, fehle dann in anderen Unternehmensteilen, „die wir deswegen nicht zukunftsfest machen können“.

Auf dem Bauernhof, wo er aufgewachsen sei, habe er Demut gelernt, erzählte der Thyssen-Krupp-Chef: „Wir können das Feld bestellen, alles vorbereiten für die Ernte. Wird das Wetter schlecht, kann die Ernte dennoch verdorben sein.“

 
 

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