Thyssen-Krupp-Chef fordert mehr Mut zur Veränderung im Revier

Mülheim..  Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger hat von den Menschen im Ruhrgebiet mehr Mut zur Veränderung gefordert. „Ich habe noch nie eine Region erlebt, wo die Menschen so sehr aufs Bewahren aus sind“, sagte Hiesinger, der aus dem Schwabenland stammt, bei einer Diskussionsrunde der katholischen Akademie „Die Wolfsburg“ in Mülheim. Und er fügte hinzu: „Ich habe auch noch keine Region erlebt, wo die Menschen so wenig selbstbewusst sind.“ Mehr Stolz, mehr Zuversicht – auch dazu ermunterte Hiesinger die Revierbürger.

Er arbeite gerne in einem Unternehmen, das eine Geschichte hat, erklärte Hiesinger. Doch die Tradition gebe der Firma letztlich keinen Schutz. „Den Fortbestand müssen wir uns immer neu erarbeiten“, betonte der Thyssen-Krupp-Chef im Gespräch mit Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck, NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin und RWI-Chef Christoph Schmidt.

Bischof Overbeck betonte, eine Zukunftsgestaltung dürfe nicht daran hängen, Vergangenes um jeden Preis in die Gegenwart zu retten: „Nicht alle merken, wenn sie auf einem toten Pferd reiten.“

Auch mit Blick auf Bochum, wo in wenigen Tagen die Autoproduktion von Opel endet, sagte Wirtschaftsminister Duin: „Wir müssen lernen, dass wir uns von der Tradition weniger Großer, die für alles Sorge tragen, schrittweise verabschieden.“

 
 

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