Tengelmann-Chef sieht jeden zweiten Supermarkt bedroht

Mülheim..  Bis August hat Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel Zeit, die vom Kartellamt untersagte Supermarkt-Fusion von Kaiser’s Tengelmann und Edeka per Ministererlaubnis doch noch zu genehmigen. Das von den Konzernchefs Karl-Erivan Haub und Markus Mosa unterzeichnete 100-seitige Begleitschreiben, aus dem das „Manager Magazin“ zitiert, setzt Gabriel erheblich unter Druck.

Sollte die Übernahme durch Edeka scheitern, so die Handelsbosse, gingen bei Kaiser’s Tengelmann „mehr als die Hälfte“ der Filialen verloren. Hochgerechnet würde das bedeuten, dass gut 8000 der 16 000 Arbeitsplätze wegfielen. Vor allem in NRW würden unwirtschaftliche Filialen geschlossen. 91 der 135 Supermärkte in Nordrhein schrieben rote Zahlen.

Haub beziffert den Verlust, den die zuletzt 451 Kaiser’s Tengelmann-Supermärkte in den vergangenen 15 Jahren angehäuft hätten, auf 532 Millionen Euro. Die Summe habe seine Familie nachgeschossen. Der Tengelmann-Chef räumt in dem Schreiben an Gabriel auch „eigene Fehlentscheidungen“ ein. Dazu gehöre die zentrale Steuerung aller Filialen aus Mülheim heraus und das Versäumnis, mit einem starken Einkaufsverbund zu kooperieren, um bessere Preise auszuhandeln. Heftige Kritik üben Haub und Mosa aber an der harten Haltung des Bundeskartellamts.

EURE FAVORITEN