Telekom will Router-Störung am Dienstag vollständig beheben

Die massive Netzstörung bei der Telekom ist Ergebnis eines Hackerangriffs.
Die massive Netzstörung bei der Telekom ist Ergebnis eines Hackerangriffs.
Foto: imago/Christian Ohde
Die Telekom geht davon aus, dass die Probleme mit ihren Routern bald komplett behoben sind. Das Hackernetzwerk scheint identifiziert.

Frankfurt/Main..  Die Deutsche Telekom will die Probleme mit ihren Routern im Laufe des Dienstags vollständig beheben. „Die Zahl der akut betroffenen Router ist von 900.000 dramatisch zurückgegangen, wir gehen davon aus, dass wir heute keine Probleme mehr sehen werden“, sagte Telekom-Sprecher Georg von Wagner am Dienstag im RBB-Inforadio.

Die am Montag vom Unternehmen aufgespielte Filtersoftware habe funktioniert, die Zahl der gestörten Router sei bereits am Nachmittag spürbar zurückgegangen. „Die Schadsoftware war schlecht programmiert, sie hat nicht funktioniert und hat nicht das getan, was sie hätte tun sollen. Ansonsten wären die Folgen des Angriffs noch viel schlimmer gewesen.“

Weltweiter Hackerangriff

Die massiven Störungen sind auch nach Erkenntnissen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Folge einer weltweiten Attacke. Dabei seien gezielt Fernverwaltungsports von DSL-Routern angegriffen worden. „Uns war relativ früh klar, dass es ein Hacker-Angriff war“, sagte BSI-Chef Arne Schönbohm unserer Redaktion.

Vieles deute darauf hin, dass es sich um Attacken des sogenannten Mirai-Netzwerks gehandelt habe, sagte Schönbohm. Dabei handelt es sich um ein Netz, das aus einer großen Anzahl manipulierter Geräte aus dem sogenannten Internet der Dinge zusammengestellt worden ist.

Fall für das Bundeskriminalamt

Wie die „Wirtschaftwoche“ berichtet, ist der Angriff zu einem Fall für das Bundeskriminalamt geworden. Die Telekom hatte dem Blatt zufolge nach ersten Berichten über einen Hackerangriff in Erwägung gezogen, Anzeige zu stellen. Das BKA könnte die Ermittlungen an sich ziehen, da die Störungen bundesweit auftraten.

Die Telekom bestätigte, dass der Angriff der Auslöser der Störung war. Mehr Klarheit sollten Analysen in den kommenden Tagen bringen. Man habe keinerlei Hinweise darauf, dass Kundendaten betroffen waren, hieß es bei der Telekom. „Wer dafür verantwortlich ist, wissen wir nicht“, sagte Unternehmenssprecher von Wagner zunächst.

Auch Regierungsnetz wurde angegriffen

Angriffe seien auch im geschützten Netz der Bundesregierung registriert worden, teilte das BSI mit. „Es gibt eben nicht nur Chancen der Digitalisierung, sondern auch Risiken“, sagte Schönbohm. Deshalb sei eine Cyber-Sicherheitsstrategie sehr wichtig.

Seit Sonntagmittag kam es nach Angaben der Telekom bei rund 900.000 ihrer mehr als 20 Millionen Festnetzkunden zu Ausfällen oder starken Schwankungen in der Qualität der Verbindungen für Internet, Telefonie und Fernsehen. Viele Nutzer sind über den Router sowohl mit dem Internet verbunden und haben auch Telefon und Online-Fernsehen daran angeschlossen. Die Geräte dienen zur Einwahl ins Netz. Das Netz selbst war den Angaben zufolge nicht gestört, sondern die Identifizierung der Router bei der Einwahl.

Nach Neueinwahl sollte Fehler behoben sein

Die Telekom riet betroffenen Kunden, den Router vom Netz zu nehmen und kurz zu warten. Nach einer Neusynchronisierung und neuer Anmeldung funktionierte der Router in der Regel wieder. Bei der Neueinwahl wurde dafür aus dem Telekom-Netz neue Software für die Geräte bereitgestellt. (rtr/dpa/kam)

 
 

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