Tag des Bieres: Das trinken die Deutschen am liebsten

So tickt das Bierland Deutschland

Wie viel trinken wir? Wie viel brauen wir? Was ist unsere Lieblingssorte? Wir haben die wichtigsten Zahlen und Fakten zur Bierkultur in Deutschland zusammengestellt.

Wie viel trinken wir? Wie viel brauen wir? Was ist unsere Lieblingssorte? Wir haben die wichtigsten Zahlen und Fakten zur Bierkultur in Deutschland zusammengestellt.

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  • Die deutschen Brauer haben im vergangenen Halbjahr weniger Bier als in den Vorjahren abgesetzt
  • Allerdings gab es noch nie so viele Brauereien und Biersorten in Deutschland wie heute
  • Vor allem zwei Bier-Arten werden bei den Deutschen immer beliebter

Wiesbaden.  Bierfans sollten den 4. August eigentlich nutzen, um ihr Lieblingsgetränk hochleben lassen. Zumindest bei den deutschen Produzenten dürfte sich am Internationalen Tag des Bieres nicht uneingeschränkt Hochstimmung einstellen.

Nach einigen stabilen Jahren müssen die deutschen Brauer 2017 eine Durststrecke bewältigen. Im ersten Halbjahr ging der Bierabsatz der Brauereien um 2,1 Prozent auf 46,8 Millionen Hektoliter zurück, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden berichtete.

Weltweite Biermenge ist gesunken

Im Gegensatz zu früheren Jahren schwächelt nun auch der Export in die EU (-5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) und nach Übersee (-7,3 Prozent). Unter anderem in China war deutsches Bier deutlich weniger gefragt als noch vor Jahresfrist.

Der Deutsche Brauerbund macht dafür auch gestiegene Transportkosten wegen begrenzter Container-Kapazitäten verantwortlich. Ein Trend, der nicht nur in Deutschland spürbar ist: Gegenüber dem Vorjahr sank die weltweit produzierte Biermenge um 0,2 Prozent (3,5 Millionen Hektoliter) auf insgesamt 1,96 Milliarden Hektoliter.

Bierdurst der Deutschen wird seit Jahren kleiner

In Deutschland geht der Bierdurst ohnehin seit Jahren zurück. Die im Inland abgesetzte Menge nahm im ersten Halbjahr auch wegen des wechselhaften Wetters und fehlender Fußball-Großereignisse um 1,2 Prozent ab. Die Produktion für den heimischen Markt macht immer noch gut vier Fünftel des Gesamtabsatzes aus.

Schon 2016 wurde in Deutschland so wenig Bier getrunken wie noch nie zuvor. Mögliche Gründe: Die Bevölkerung in Deutschland wird im Schnitt immer älter, und im hohen Alter trinken Menschen mitunter weniger Alkohol. Laut einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung trinken auch junge Menschen in der Tendenz weniger Alkohol als noch vor einigen Jahren.

Immer mehr alkoholfreie Biersorten

Eine Konsequenz: Light-, Misch- und nicht-alkoholische Biere werden immer beliebter. Die Brauereien reagieren darauf mit immer neuen alkoholfreien Sorten. In diesem Jahr sei das Angebot noch einmal um 50 auf mehr als 400 verschiedene Marken angewachsen, sagt der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Brauer-Bundes, Holger Eichele.

Auch wenn wegen der fehlenden Steuerpflicht noch keine exakten Zahlen vorliegen, rechne er erneut mit einem Mengenanstieg. Im Rekordjahr 2016 hatten die Unternehmen 6,4 Millionen Hektoliter alkoholfreies Bier verkauft. Auch Mischgetränke legten gegen den Trend zu und erzielten in den ersten sechs Monaten einen Zuwachs von 5,3 Prozent auf 2,1 Millionen Hektoliter.

Ein anderes Segment, das trotz des negativen Gesamttrends größer wird, ist die Craft-Beer-Kultur. Immer mehr kleine Betriebe brauen Bier, so genannte Mikrobrauereien mit weniger als 1000 Hektoliter Ausstoß jährlich, die neue, kreative, aromatisierte Sorten auf den Markt bringen. Die Palette reicht vom Icecream-Stout zum Kiwi-IPA. Mittlerweile springen auch viele der etablierten Großbrauereien auf den Craft-Beer-Zug auf.

Pils bleibt die Lieblingsbiersorte der Deutschen

Seit 2014 kamen in Deutschland unterm Strich mehr als 50 Brauereien hinzu, insgesamt gibt es bundesweit nun 1408 Braustätten – so viele wie nie zuvor. Bis 2020 könne laut Deutschem Brauer-Bund die Marke von 1500 überschritten werden.

Das Brauhandwerk erlebe eine Renaissance, meint Holger Eichele vom Deutschen Brauer-Bund. Die wachsende Vielfalt werde auch durch das größer werdende Hopfenangebot belebt. 2016 wurden – auch wegen guter Wetterverhältnisse – 42.766 Tonnen Hopfen gepflückt, knapp 14.500 Tonnen mehr als im Jahr zuvor.

„So große Auswahl wie nie zuvor“

„Die wachsende Rohstoffvielfalt von heute 250 Hopfensorten, 40 Malzsorten und 200 Hefestämmen und die daraus entstehenden Kombinationsmöglichkeiten bilden die Grundlage für eine immense Biervielfalt“, sagt Dr. Jörg Lehmann, Präsident des Deutschen Brauer-Bundes. „Die Verbraucher in Deutschland haben eine so große Auswahl wie nie zuvor.“

Aller Vielfalt zum Trotz bleibt sich der deutsche Biertrinker allerdings in einer Rubrik treu wie eh und je – bei seiner Lieblingssorte: Mehr als jedes zweite verkaufte Bier ist nämlich nach wie vor ein Pils.

• Die amtlichen Absatzzahlen basieren auf der Biersteuer-Statistik. Die steuerfreien Biere ohne Alkohol werden davon nicht erfasst.


 

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