Streit um Staatshilfen für RWE

Düsseldorf.  CDU-Landeschef Armin Laschet hat mit seiner Forderung nach einer staatlichen Mitverantwortung für den angeschlagenen Energiekonzern RWE Kritik auf sich gezogen. Grünen-Atomexpertin Sylvia Kotting-Uhl warf Laschet „unseriösen Lobbyismus auf Kosten der Bevölkerung“ vor. Es könne nicht sein, „dass die Konzerne mit Atomstrom jahrzehntelang Milliardengewinne scheffeln ohne solide Vorsorge für das dicke Ende und dann die Steuerzahler blechen müssen“, so Kotting-Uhl. Greenpeace-Energieexperte Tobias Austrup erklärte: „Politische Hilfen für einen Konzern, der mehr Managementfehler gemacht als Windräder gebaut hat, wären so absurd wie unsozial.“

NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) lehnte staatliche Hilfen für RWE ebenfalls ab: „Steuergelder für die Energiewirtschaft einzusetzen, das kann ich mir nun wirklich nicht vorstellen.“ Laschet hatte im Interview mit dieser Zeitung eine „gesamtgesellschaftliche Verantwortung“ für den Energieriesen eingefordert. Es sei keine vorausschauende Politik, „RWE das Geschäftsmodell wegzunehmen und den ganzen Konzern vor die Wand zu fahren“, so Laschet. An der Börse kam diese Aussage sehr gut an – der Kurs der RWE-Aktie stieg um rund sechs Prozent an.

 
 

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