Spritpreise fallen immer weiter

Frankfurt/Main.  Bislang war es ein ungeschriebenes Gesetz an Deutschlands Tankstellen: Sobald die Ferienzeit beginnt, steigen die Spritpreise. Doch in diesem Jahr ist das ganz anders. Benzin und Diesel sind so billig wie seit Monaten nicht. Auch Heizölkunden können sparen. Denn am weltweiten Rohölmarkt geht es wieder mal bergab. Ein wichtiger Grund: Die Öl- und Benzinlager quellen über, daher werden die Raffinerien in nächster Zeit absehbar weniger Rohstoff ordern.

Der Automobilclub ADAC beo­bachtet seit Anfang Juni, dass die Kraftstoffpreise sinken. Zuletzt lag der Preis für einen Liter Super E10 deutschlandweit im Durchschnitt bei 1,265 Euro. Das sind knapp 6,5 Cent weniger als Anfang Juni. Ein Liter Diesel kostet im bundesweiten Durchschnitt demnach 1,063 Euro. Heizöl ist derzeit so günstig wie seit zwölf Jahren nicht mehr in einem August, ermittelte die Internetplattform „heizoel24“. Ein Liter sei derzeit für 44 Cent zu haben. Vor einem Jahr waren es mehr als 56 Cent.

Der Grund für die niedrigen Sprit- und Heizölpreise ist ein Überangebot auf dem Weltmarkt. Die Benzinlager sind ungewöhnlich gut gefüllt. „Seit Juni gibt es einen saisonuntypischen Lageraufbau bei Benzin“, sagt Eugen Weinberg, Rohstoffexperte bei der Commerzbank. Wichtiger ist aber die neuerliche Verbilligung des Rohöls. Nachdem es ab Mitte 2014 einen starken Preisverfall bis unter 30 US-Dollar pro Barrel gegeben hatte, kletterte der Preis von Januar bis Juni 2016 auf 50 Dollar. Nun geht es erneut bergab Richtung 40 Dollar. Auslöser ist unter anderem eine gestiegene Produktion in den Ölförderländern des Opec-Kartells.

 
 

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