Sparkasse: Übler Vorwurf – Sparer sollen jahrelang zu wenig Geld bekommen haben

Die Verbraucherzentrale sagt: Betroffene Kunden könnten ihre Zinsen bei der Sparkasse einfordern.  (Symbolbild)
Die Verbraucherzentrale sagt: Betroffene Kunden könnten ihre Zinsen bei der Sparkasse einfordern. (Symbolbild)
Foto: dpa

Wer fleißig spart, soll auch Zinsen dafür bekommen. So die Erwartung über viele Jahrzehnte. Vor allem an die Sparkasse, dieser so staatlich und solide wirkenden Bank, die gar das „Spar-“ im Namen trägt.

Wer heute sein Geld anlegen will, weiß, dass er damit extrem wenig Zinsen einstreicht. So wenig, dass die Inflation das Geld gar langsam auffrisst.

1995 jedoch sah die Welt noch anders aus. Sparer bei der Sparkasse und anderswo bekamen hier bis zu fünf Prozent Zinsen im Jahr. Bei manchen Festlegungsmodellen waren die Zinssätze starr, bei anderen flexibel. Gerade diese flexiblen Modelle wie das Prämiensparen sind es, die jetzt die Verbraucherschützer auf den Plan rufen.

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So schlägt die Verbraucherzentrale Sachsen Alarm. Sie sagt: Die fortlaufende Zinssenkung ist nicht rechtens. Über Jahre haben die Sparkassen den Zins gen Null angepasst – der Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) folgend.

Sparkasse soll beim Prämiensparen zu wenig Zinsen gezahlt haben

Das Problem dabei: Als die Prämiensparverträge „S Prämiensparen flexibel“ vor Jahren abgeschlossen wurden, erhielten die Sparer noch vergleichsweise enorme Zinssätze. Von Jahr zu Jahr stiegen außerdem die Prämien, nach einem bestimmten Zeitraum gab es zusätzlich Boni auf die eingezahlten Beträge.

Flexibler Grundzinssatz ist das Problem

Der Grundzinssatz war jedoch variabel. Und variabel heißt in den vergangenen 15 Jahren: steil bergab. Starteten viele Sparer Ende der 1990er Jahre mit 2,5 Prozent Zinsen (und erwarteten bis zu fünf Prozent), liegt der Zinssatz jetzt bei unglaublichen 0,001 Prozent.

Dass sich ihr Zinsertrag so entwickeln könnte, war den Sparern bei Abschluss der Verträge noch nicht ersichtlich – den Sparkassen offenbar schon. Sie ließen sich laut Verbraucherzentrale mit schwammigen Formulierungen in den Verträgen ein Hintertürchen für genau diese Szenario offen.

So heißt es dort etwa: „Die Spareinlage wird variabel, zur Zeit mit 3 Prozent verzinst“ und „Die Sparkasse zahlt neben dem jeweils gültigen Zinssatz am Ende des Kalenderjahres eine verzinsliche Prämie.“ Der Kunde kann gar nicht nachvollziehen, in welcher Weise Verzinsung und Marktentwicklung zusammenhängen.

Verbraucherzentrale Sachsen: Sparer können Zinsen von Sparkasse einfordern

„Wir haben sehr viele Prämiensparverträge gesehen, die unserer Meinung nach keine wirksame Zinsanpassungsklausel hatten. Nach welchen konkreten Kriterien die dennoch rechtlich zulässige Zinsanpassung erfolgte, erschließt sich dem Vertragspartner nicht“, so Andrea Heyer, Referatsleiterin Finanzen bei der Verbraucherzentrale Sachsen.

Das ist es, was die Verbraucherzentrale Sachsen anprangert. Und sie sagt: Kunden können ihre Zinsen einfordern. Dabei geht es teils um vierstellige Beträge, sagt Heyer: „Nach rechnerischen Überprüfungen hat sich bei Stichproben pro Sparvertrag eine Summe im drei- bis vierstelligen Bereich aufgetan, die unserer Meinung nach den Sparern noch zusätzlich zusteht.“

 
 

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