Sparkasse geht drastischen Schritt – und verärgert damit Tausende Kunden

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Foto: imago images / Steinach

Sparkassenkunden aufgepasst! Die Sparkasse Nürnberg hat insgesamt 21.000 Sparverträge gekündigt. Ende September werden die Kündigungen in Kraft treten. Aber auch Kunden bundesweit sollten aufmerksam sein, was ihre Verträge angeht.

Betroffen sind Kunden, die die Verträge des Typs „Prämiensparen flexibel“ unterschrieben haben. Die Begründung und das Vorgehen der Bank lässt Verbraucherschützer skeptisch werden.

Sparkasse Nürnberg will tausende Verträge loswerden

Wie das Handelsblatt erfragt hat, wird das Vorgehen mit der aktuellen Niedrigzinsphase begründet. Darin sehe man einen sachgerechten Grund für die Kündigung von so vielen Verträgen.

Außerdem wird auf ein Urteil des Bundesgerichtshof vom Mai verwiesen, welches beschlossen hat, dass die Kündigung langjähriger Sparverträge unter bestimmten Umständen zulässig ist.

Kunden in ganz Deutschland sollten aufpassen

Auch wenn in diesem Fall nur Kunden der Sparkasse Nürnberg betroffen sind, sollte Sparkassenkunden in ganz Deutschland aufpassen, denn die Prämiensparverträge wurden über lange Zeit massenhaft vertrieben.

Aus Kundensicht sind sie besonders aufgrund der aktuellen niedrigen Zinsen sehr attraktiv. Der Kunde erhält neben dem Grundzins auf das insgesamt Ersparte zusätzlich eine Prämie auf die in einem Jahr eingezahlte Summe – und diese Prämie steigt im Zeitverlauf ohne Laufzeitbegrenzung.

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Verbraucherschützer sind skeptisch, ob die Kündigungen alle wirksam sind

Die Sparkasse Nürnberg bot seinen Kunden ab dem 15. Sparjahr zum Beispiel eine Prämie von 50 Prozent der im Jahr eingezahlten Sparbeträge als Bonus.

Nun wurden die Verträge alljener gekündigt, die diese Prämie mindestens einmal erhalten haben. Verbraucherschützer sind bei diesem Vorgehen der Sparkasse skeptisch, so das Handelsblatt.

Auch in Thüringen hat die Sparkasse zahlreiche Prämiensparverträge gekündigt. „Mehrere Sparkassen in Thüringen kündigen aktuell langfristige Prämiensparverträge. Hunderte Verbraucher sind davon betroffen. Auch die Kreissparkasse Eichsfeld hat diesen Schritt jetzt angekündigt. Wir kritisieren das zweifach: aus juristischer und politischer Sicht“, so die Verbraucherzentrale gegenüber der Thüringer Allgemeinen.

„Ob eine Kündigung tatsächlich wirksam ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Der Bundesgerichtshof hat nur über einen Einzelfall entschieden, der sich von den vorliegenden Kündigungsfällen durchaus unterscheiden kann“, so Sibylle Miller-Trach, Finanzjuristin der Verbraucherzentrale Bayern. (db)

 
 

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