Sicherheitspersonal an Flughäfen droht mit Streik in den Herbstferien

Seit zwei Jahren schwelt der Tarifkonflikt in der Luftsicherheitsbranche. Jetzt scheint es Gewerkschaft Verdi und Arbeitnehmern endgültig zu reichen. Scheitern die Verhandlungen am 8. und 9. Oktober, droht Streik.
Seit zwei Jahren schwelt der Tarifkonflikt in der Luftsicherheitsbranche. Jetzt scheint es Gewerkschaft Verdi und Arbeitnehmern endgültig zu reichen. Scheitern die Verhandlungen am 8. und 9. Oktober, droht Streik.
Foto: ullstein bild
Am 8. und 9. Oktober wird in Berlin über bessere Arbeitsbedingungen für das Personal an Flughäfen verhandelt, das die Personen- und Warenkontrollen durchführt. Bei einem Scheitern dürfte es ausgerechnet in den NRW-Herbstferien zu Streiks kommen. „Dann knallt es“, erklärte Verdi am Donnerstag in Essen.

Essen.. An deutschen Flughäfen drohen in den NRW-Herbstferien Streiks des Sicherheitspersonals. Am 8. und 9. Oktober wird für die bundesweit 15 000 Beschäftigten der Luftsicherheitsbranche in Berlin ein neuer Manteltarif verhandelt. Bei Scheitern stehen die Zeichen auf Streik des Personals, das die Fluggastkontrollen durchführt.

Bislang habe sich die Arbeitgeberseite in den Verhandlungen keinen Millimeter bewegt. „Wenn unsere Hauptforderungen nun nicht erfüllt werden, dann knallt es“, erklärte Andreas Rechgestern im Hotel an der Essener Messe. Er ist bei Verdi in NRW im Streikfall zuständig für die Koordination.

Während im Hotel 72 Betriebsräte über die miesen Arbeitsbedingungen in der Sicherheitsbranche konferierten, präsentierten die Unternehmen nur einen Steinwurf entfernt in dieser Woche, was in Sachen Sicherheit aktuell möglich und Maßstab ist, rein technisch. Verdi nahm die Weltleitmesse „Security“ zum Anlass, noch einmal auf den seit zwei Jahren schwelenden Konflikt hinzuweisen, der im Juni bereits zu Warnstreiks an deutschen Airports geführt hatte. Während Gewerkschaft und Arbeitnehmer im Sommer noch Rücksicht auf die Urlauber genommen hätten, ist schon in der ersten Woche der NRW-Herbstferien mit Störungen für Flugreisende zu rechnen, falls die Arbeitgeber nicht einlenken.

Eine der Kernforderungen ist „die Abschaffung von befristeten Arbeitsverhältnissen“, sagte Rech. Auf diesem Wege würde ein erheblicher Teil der Beschäftigten in der Luftsicherheitsbranche ständig unter Druck gesetzt. Die Beschäftigten müssten an 365 Tagen im Jahr auf Abruf parat stehen. Wer nicht bereit sei, adhoc Überstunden zu machen, gefährde seinen Arbeitsplatz. „Wir arbeiten bei der Personenkontrolle am Flughafen mit modernster Technik, aber unter antiquierten Arbeitsverhältnissen“, erklärte Rech.

Rückendeckung von NRW-Minister

Von den insgesamt 33.800 Mitarbeitern der Sicherheitsbranche in NRW in den verschiedenen Sparten, seien rund 11 000 Minijobber, erklärte Verdi. Nordrhein-Westfalens Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) unterstützte gestern bei der Betriebsrätekonferenz in Essen die Forderungen der Beschäftigten im Ringen um bessere Arbeitsbedingungen und bemängelte insbesondere die Bezahlung. Der Mindestlohn liegt bei 8,15 Euro pro Stunde für das Luftsicherheitspersonal, das die Gäste und die Waren an Flughäfen kontrolliert – oder Atomkraftwerke oder andere sicherheitsrelevante Objekte bewacht. Ende des Jahres stehen auch die Lohntarifverhandlungen für das Wach- und Sicherheitsgewerbe in NRW an. Erst einmal geht es Anfang Oktober aber um die Abschaffung der Beschäftigung „nach Gutsherrenart“ (Rech).

 
 

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