Shell testet Lieferservice: Die Tankstelle kommt nach Hause

So sieht der mobile Tanklastwagen von Shell aus.
So sieht der mobile Tanklastwagen von Shell aus.
Foto: Thomas Fasting / Shell
In Rotterdam können sich Autofahrer den Sprit nach Hause bestellen. Auch Tanken brauchen sie nicht mehr. Hat der Lieferservice Sinn?

Rotterdam.  Die Digitalisierung verspricht Erleichterung in allen Lebenslagen: Nach Lieferservices für Lebensmittel oder Klamotten kann man sich jetzt auch die Tankladung nach Hause bestellen: Der Mineralölkonzern Shell setzt im niederländischen Rotterdam mobile Tanklastwagen ein, die den Treibstoff direkt zum Fahrzeug bringen.

Außer der Bestellung über eine App müssen Autofahrer nichts machen. Den Tankvorgang übernimmt ein Mitarbeiter, der „Tankwart-to-go“ und Fahrer in Personalunion ist.

TapUp kostet eine Gebühr

Wie Shell Niederlande auf seiner Internetseite mitteilt, stehe der Dienst Nutzern von 13 bis 20 Uhr zur Verfügung. Um sich den Tanklastwagen – der optisch an einen Wagen der Straßenreinigung erinnert – nach Hause zu beordern, müssen sich Autofahrer lediglich die App TapUp herunterladen, um darüber den Standort des Autos und die gewünschte Lieferzeit mitzuteilen.

Bezahlt wird mit in der App hinterlegten Daten von Kreditkarte oder mit dem Lastschriftverfahren. 3,95 Euro lässt sich Shell diesen Service kosten – zusätzlich zum Treibstoffpreis pro Liter, der nach Firmenangaben nicht teurer als an der Tankstelle sein soll. Der Tanklastwagen wird mit Strom betrieben – liefert aber selbst nur Benzin und Diesel.

Shell lockt mit Zeitersparnis

Shell wirbt damit, dass der Autofahrer beim Tanken nicht anwesend sein muss: Er muss lediglich sicherstellen, dass der Tankdeckel geöffnet ist. „Allein an der Tankanzeige merkst du, dass wir dagewesen sind“, heißt es dazu auf der Internetseite.

In Anbetracht der Tatsache, dass Tanken für gewöhnlich nicht länger als ein paar Minuten dauert, bleibt fraglich, ob die Zeitersparnis für Autofahrer wirklich so groß ist wie von Shell angepriesen: „Wir arbeiten sicher und geräuschlos. Du kannst den Tag genießen.“

Kommt der Benzin-Lieferservice nach Deutschland?

Shell folgt damit Beispielen aus den USA, wo es mobile Tanklastwagen schon länger gibt. Dort werden sie größtenteils mit Benzin betrieben.

In Deutschland wird es den Service allerdings nicht geben, wie eine Sprecherin von Shell unserer Redaktion sagte: „Das ist vorerst nur ein Pilotprojekt und auch nur in Rotterdam.“ Ob der vor etwa einer Woche eingeführte Benzin-Lieferservice von Autofahrern bereits angenommen wird, konnte die Sprecherin nicht sagen.

Amazon Fresh im Test: So funktioniert die Lebensmittel-Bestellung

Der Online-Versandhändler Amazon liefert jetzt auch frische Lebensmittel direkt ins Haus. Wir haben den Test gemacht.
Amazon Fresh im Test: So funktioniert die Lebensmittel-Bestellung
 

EURE FAVORITEN