Schluss mit der Verwirrung über regionale Herkunft von Lebensmitteln

Lebensmitteln sieht man ihre Herkunft in der Regel nicht an.  Foto: dapd
Lebensmitteln sieht man ihre Herkunft in der Regel nicht an. Foto: dapd
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Die Kunden im Supermarkt sollen künftig nicht mehr so leicht mit irreführenden Herkunftsangaben hinters Licht geführt werden können. Insbesondere die Werbung für angeblich aus der jeweiligen Region stammende Lebensmittel ist Verbraucherministerin Ilse Aigner ein Dorn im Auge. Die Politikerin will auf der Grünen Woche ein erstes Konzept gegen derlei täuschende Hinweise vorlegen.

Berlin.. Die Kunden im Supermarkt sollen künftig nicht mehr so leicht mit irreführenden Herkunftsangaben hinters Licht geführt werden können. Insbesondere die Werbung für angeblich aus der jeweiligen Region stammende Lebensmittel ist Verbraucherministerin Ilse Aigner ein Dorn im Auge. Die Politikerin will am Montag auf der Grünen Woche ein erstes Konzept gegen derlei täuschende Hinweise vorlegen. „Wir brauchen klare Kriterien für eine aussagekräftige und verlässliche Regionalkennzeichnung“, sagt die Ministerin.

Ein viel zitiertes Beispiel für eine schnell missverständliche Produktbezeichnung ist der Schwarzwälder Schinken. Viele Kunden glauben, dass die Schweine, die den Schinken liefern, am südwestlichen Zipfel Deutschlands aufgewachsen sind. Doch der Name auf der Verpackung sagt lediglich etwas über die Verarbeitung des Fleisches aus. Die Tiere können auch aus Polen, Dänemark oder anderen EU-Ländern stammen. Mit der Verwirrung soll nun bald Schluss sein.

Neues Siegel

Ein neues Siegel für regionale Produkte wird es nicht geben. Vielmehr will Aigner die Hersteller, die mit heimischer Herkunft werben, zu genaueren Angaben verpflichten. Dazu gehören etwa Angaben über die Heimat der Zutaten. Beim Fruchtjoghurt ist von Interesse, ob die Milch aus dem jeweiligen Gebiet kommt und dort auch veredelt wurde. Auch die Herkunft der Früchte sollte genannt werden. „Solche Informationen muss der Verbraucher klar verständlich auf einen Blick haben“, fordert Aigner.

Von Ehrlichkeit und Transparenz können die Hersteller der regionalen Ware profitieren. Denn nach einer Umfrage des Ministeriums sind vier von fünf Kunden bereit, für heimische Produkte mehr Geld auszugeben. Doch allzu groß ist das Vertrauen in entsprechende Reklameaussagen nicht sehr groß. „Nicht einmal jeder Fünfte fühlt sich über die Herkunft regionaler Lebensmittel gut informiert“, bedauert die Ministerin.

Das Vorhaben hört sich leichter an als es ist. Allein der Begriff Region ist vielerorts schon schwer exakt einzugrenzen. Dazu kommen noch die Fragen, wie hoch der Anteil an heimischen Zutaten sein muss, ob zum Beispiel auch die Herkunft von Tierfutter für die Wurst oder der Ort der Schlachtung wichtig sind.

 
 

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