Schicksalstag für Quelle

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Essen. Schicksalstag für den insolventen Versandhändler Quelle: In Berlin wird heute entschieden, ob die Arcandor-Tochter einen Notkredit über 50 Millionen Euro erhält. Bisher fehlten der Regierung aber noch ausreichend Sicherheiten für eine Zusage.

Mit dem Notkredit wäre die lange kriselnde Quelle aber nicht über dem Berg. Er sei nötig, um das Geschäft zu stabilisieren, sagte ein Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg der WAZ. „Erst dann können wir sehen, ob und wie Quelle sanierbar ist.” Was passiere, falls die Regierung den Notkredit verweigere, könne „niemand überschauen”.

Es geht um einen sogenannten Massekredit in Höhe von 50 Millionen Euro für die insolvente Arcandor-Tochter, der zur Hälfte vom Bund getragen werden soll. 21 Millionen will Bayern zur Verfügung stellen, vier Millionen Euro sollen aus Sachsen kommen.

Katalog muss bezahlt werden

Quelle muss vor allem den Druck des 1346 Seiten dicken Hauptversandkatalogs bezahlen, der seit Freitag auf dem Weg zu Kunden ist. Dafür hat Quelle kein Geld: Seit dem 9. Juni, als Arcandor Gläubigerschutz beantragte, sitze der Versandhändler auf dem Trockenen, sagte Görgs Sprecher.

Denn für Quelle stellt die Essener Bank Valovis Rechnungen aus und treibt das Geld bei Kunden ein. Mangels Sicherheiten fließe es aber aber nicht zu Quelle. Hier solle der Notkredit Abhilfe schaffen.

CSU-Chef Horst Seehofer, Ministerpräsident in Quelles Heimat-Bundesland Bayern, macht Druck: Er forderte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf, Quelle zur „Chefsache” zu machen.

Spezial: Arcandor in der Krise

 
 

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